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Glücklich vereint: Die Besitzer des wertvollen Instruments kamen auf die Wache der Bundespolizei. Mitnehmen konnten sie ihr Instrument aber nicht sofort.  

Fahndung erfolgreich

100.000-Euro-Geige gefunden - das sagt der Täter

München - Seit April war ein gut 100.000 Euro teures Instrument verschwunden. Ein Unbekannter hatte es aus der S-Bahn mitgenommen, wo es vergessen worden war. Jetzt ist der Täter gefunden.

Letztlich war es wohl der große öffentliche Druck, den die Fahndung der Bundespolizei ausgelöst hatte, der am späten Freitagabend zu der wertvollen Geige und dem Mann, der sie aus der S-Bahn mitgenommen hatte, führte.

Seit Freitagvormittag hatte man mit Bildern der Überwachungskamera aus der S-Bahn nach einem Mann gesucht, der eine gut 250 Jahre alte Landolfi-Geige mitgenommen hatte. Das Instrument samt Zubehör ist rund 120.000 Euro wert. Die Ehefrau eines BR-Symphonikers, aus dessen Familie die Geige stammt, genauer gesagt ihrer Schwiegermutter, hatte die Edel-Fidel Mitte April in der Gepäckablage der S6 Richtung Starnberg vergessen. Der Unbekannte hatte sie dort entdeckt und mitgenommen. Für die Familie, der das wertvolle Instrument, ein Erbstück, gehört, war dieses Missgeschick eine Tragödie.

Die 37-Jährige war gerade auf dem Weg in die Starnberger Musikschule, hochschwanger und gesundheitlich angeschlagen. Am „Tag der offenen Tür“ wollte die Musik­lehrerin das Instrument ausnahmsweise präsentieren. Doch da kam das gute Stück gar nie an. Als die Frau beim Aussteigen in ein Gespräch mit einem Fahrgast verwickelt war, blieb der Geigenkoffer auf der Gepäckablage in der S-Bahn zurück. Als sie das Missgeschick bemerkte, waren die Türen des Zuges bereits geschlossen.

Gut 100.000 Euro ist die Geige wert.

Die Polizei entschied sich daher zur Öffentlichkeitsfahndung samt Bildern. Schon kurz nach der Veröffentlichung gingen die ersten Hinweise ein, bis zum Abend über 100. Gegen 21.30 Uhr am Freitag dann der entscheidende Anruf. Ein 35 Jahre alter Mann aus Berg am Laim meldete sich. Er gab an, er sei der Gesuchte. Ein Freund habe ihn über die Fahndung informiert. Beamte der Landes- und Bundespolizei suchten den Anrufer daraufhin Zuhause auf. Er übergab die Geige samt allem Zubehör der Polizei und gab sofort zu, das Instrument mitgenommen zu haben. Er sagte, er habe nicht gewusst, wie wertvoll sie ist. Er habe die Gelegenheit genutzt und das Instrument erst einmal mitgenommen. Erst später wollte er sich Gedanken zum weiteren Vorgehen machen.

Am Samstagmorgen informierte die Polizei die Besitzer der "Carlo Ferdinando Landolfi nella Contrada di Santa Margarita al segno della Sirena Milano 1758". Mutter und Sohn kamen zur Wache am Hauptbahnhof um zu sehen, ob es sich wirklich um ihre Geige handelte und um zu sehen, ob sie beschädigt wurde. Der 65-jährigen aus Seefeld-Hechendorf fiel "ein Stein vom Herzen", als sie die unbeschädigte "Landolfi" erkannte, berichtet die Polizei.

Mit nach Hause nehmen konnten sie ihr kostbares Stück aber noch nicht, es muss erst von der Staatsanwaltschaft freigegeben werden. Der 35-Jährige "Finder" wurde vernommen und muss sich jetzt wegen Diebstahls beziehungsweise Unterschlagung strafrechtlich verantworten.

mm/tz

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