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Für Straßenbahnen soll an der Ständlerstraße ein weiterer Betriebshof gebaut werden. 

Neue Tram- und U-Bahn-Betriebshöfe 

Die MVG-Flotte bekommt mehr Platz

Das starke Bevölkerungswachstum in München zwingt die MVG, ihre Fahrzeugflotte sukzessive zu vergrößern. Die Betriebshöfe für Tram und U-Bahn sind jedoch jetzt schon an der Kapazitätsgrenze. Deshalb plant die MVG den Neubau eines Tram-Betriebshofs an der Ständlerstraße sowie einen neuen U-Bahn-Betriebshof in Neuperlach.

München wächst unaufhörlich, und damit auch das Fahrgastaufkommen im öffentlichen Personennahverkehr. Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG muss deshalb immer längere und auch mehr Busse, Trams und U-Bahnen einsetzen, um dem Ansturm einigermaßen Herr zu werden. Die bestehenden Betriebshöfe und Abstellanlagen sind jedoch schon heute überlastet. Der Trambahn-Betriebshof an der Einsteinstraße kann derzeit maximal 110 Züge aufnehmen. Einrücken müssten aber deutlich mehr Trams. Die Folge: Mehrere Züge werden regelmäßig nachts im Einfahrtsbereich der Abstellhalle zwischengeparkt, was wiederum die Wartung erschwert.

Ab dem nächsten Jahr wird sich die Situation weiter verschärfen, denn dann wächst die Tram-Flotte auf 125 Fahrzeuge an. Laut MVG wird es dann unvermeidlich sein, dass Trambahnen irgendwo im Netz-Bereich abgestellt werden müssen, da der Betriebshof Einsteinstraße keine weiteren Bahnen aufnehmen kann – selbst im Hof ist dann kein Platz mehr. Vor diesem Hintergrund spricht die MVG von einem „dringlichen Handlungsbedarf“. Da das Gelände an der Einsteinstraße nur über eine Zulaufstrecke verfügt, ist eine Erweiterung dort nicht praktikabel. Stattdessen erwägt die MVG einen neuen Betriebshof an der Ständlerstraße. Dort befindet sich die Hauptwerkstätte für Trambahnen sowie das MVG-Museum. Auf dem Gelände wäre noch genügend Platz für einen zweiten Betriebshof. Sorgen der Anwohner vor Lärmbelästigungen suchte die MVG bei einer Informationsveranstaltung zu zerstreuen. Das Gelände war in den letzten Jahren häufig Gegenstand von diversen Planungen. So sollte dort zum Beispiel eine Werkstatt für die Bayerische Oberlandbahn gebaut werden, der Plan wurde auch wegen Anwohner-Protesten wieder verworfen. Nun also will die MVG selbst ihr Grundstück nutzen. Nach heutigem Stand kann voraussichtlich nicht vor 2019 mit dem Bau des Betriebshofs begonnen werden.

Auch bei den U-Bahnen wird es in den nächsten Jahren eng. Aktuell können im U-Bahn-Netz 110 Sechswagen-Züge in den Betriebshofanlagen und den dezentralen Abstellanlagen an den Strecken geparkt werden. Mit den geplanten Angebotsausweitungen werden voraussichtlich im Jahr 2021 alle Anlagen ausgelastet sein. Die MVG hat bei der Stadt deshalb dringenden Bedarf für neue Abstellflächen angemeldet. Derzeit werden die Münchner U-Bahnen im einzigen Betriebshof in Fröttmaning gewartet und repariert. 100 Züge mit sechs Waggons finden dort Platz. Prognosen der MVG besagen, dass spätestens 2019 die Kapazitätsgrenze in Fröttmaning überschritten wird. Bevor neue Linien, etwa die U9-Spange, gebaut oder Takte verdichtet werden, müssten laut MVG neue Werkstätten geschaffen werden.

Die Verkehrsgesellschaft will deshalb einen zweiten Standort in München bauen. Dies auch, um die Abhängigkeit von Fröttmaning zu reduzieren. Denn sollte die Zulaufstrecke in den Münchner Norden einmal unterbrochen werden, aus welchen Gründen auch immer, wären nach Angaben der MVG bereits nach wenigen Tagen erhebliche Betriebseinschränkungen bis hin zur kompletten Einstellung des Betriebs zu befürchten. Neben Fröttmaning soll es deshalb einen zweiten Standort geben.

Die MVG prüfte mehrere mögliche Standorte und kam zu dem Ergebnis, dass nur eine Fläche südöstlich der Haltestelle Neuperlach Süd im Bereich des Lise-Meitner-Wegs in Frage kommt. Die MVG will nun in Rücksprache mit der Stadt eine Rahmenplanung beginnen. Dabei geht es vor allen Dingen um die Frage, wie sich das Betriebsgelände mit der vorhandenen Wohnbebauung in Einklang bringen lässt.

Auch im Bereich der Busse rechnet die MVG mit einem Wachstum der Flotte. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Neubau eines Betriebshofs am Georg-Brauchle-Ring in Moosach. Dieser wird den bisherigen Betriebshof West an der Hans-Thonauer-Straße ersetzen. Die Inbetriebnahme ist für 2019 geplant. Der Wirtschaftsausschuss der Stadt wird sich morgen mit den geplanten Betriebshöfen befassen.

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