Tierpark zieht Bilanz

Hellabrunn bleibt auf Erfolgskurs

München - Nashornbulle Puri konnte den Eisbärenzwillingen Nela und Nobby nicht ganz Paroli bieten. Doch mit 2 089 983 Besuchern – dem zweitbesten Ergebnis seiner Geschichte – zieht Münchens Tierpark Hellabrunn eine äußerst positive Bilanz des Jahres 2015. 

Eintrittspreise

Um 12,7 Prozent auf mehr als 50 000 stieg 2015 die Zahl der Jahreskarten. Bürgermeisterin und Aufsichtsrats-Vorsitzende Christine Strobl (SPD) führte das gestern darauf zurück, dass die Dauertickets mit 49 Euro für Erwachsene und 25 Euro für Kinder „sensationell günstig“ seien. Auch bei den Einzelkarten (Erwachsene 14 Euro, Kinder 5 Euro) liege Hellabrunn „am unteren Ende der Skala“ vergleichbarer Tierparks. Das solle im Prinzip so bleiben, versicherte die Bürgermeisterin. „Aber natürlich müssen wir immer wieder mal überlegen, ob wir noch mal ein bisserl hochgehen“. Eine große Erhöhung sei auf keinen Fall zu erwarten, „eher was Kleineres“. Einen Zeitplan nannte Strobl nicht.

Familie Gumberger aus Eching bei Landshut ist fürs nächste Jahr versorgt. Die vier Niederbayern waren während der Pressekonferenz im Zoo angekommen und wurden als millionste Besucher mit einer Jahreskarte beschenkt (siehe Bild). Einige Wochen früher als 2015 hat Hellabrunn damit die Million erreicht.

Tiere

19.363 Tiere, darunter mehr als 2000 Vögel und Säugetiere, in 771 Arten beherbergt der Tierpark Hellabrunn. Der Münchner Zoo zählt damit weiterhin zu den artenreichsten Tierparks in ganz Europa. Wichtigster Nachwuchs war der Panzernashorn-Bulle Puri, dessen Geburt nach zahlreichen Zucht-Fehlschlägen Strobl als „sensationell“ bezeichnet. Nachwuchs gab es auch bei Yaks, Drills, Przewalskipferden, Mähnenrobben und Bisons. Zu den Neuzugängen aus anderen Zoos zählen die halbstarken Gorillas Tano und Okanda. Sie wurden von Menschen aufgezogen und müssen nun behutsam in die Gruppe integriert werden. Neu ist seit 2015 ein Pärchen Stumpfkrokodile. Baban hofft auf Nachwuchs: „Sie bauen Bruthügel, in die das Weibchen die Eier legt. Da können die Besucher den kleinen Krokodilen beim Schlüpfen zuschauen.“

Bauten

„Unser Mammutprojekt“, wie Baban die Baustelle des Elefantenhauses nennt, ist gut vorangekommen und biegt jetzt auf die Zielgerade ein: Das Gebäude ist nach Teilabriss und Generalsanierung fast fertig, der Innenausbau läuft, und auch das Außengehege nimmt Gestalt an. „Am 5. Oktober ist die Eröffnung“, kündigte Baban an. Die Elefanten ziehen schon ein paar Wochen vorher ein. Sie seien „gnadenlos im Umgang mit ihrer Immobilie“, so der studierte Architekt. „Die finden alles.“ Bis Besucher eingelassen werden, sollen alle Schwachstellen aufgespürt und behoben sein.

Fertig wurden 2015 das neue Artenschutzzentrum sowie der Umbau des Urwaldhauses und der Außenanlage für die Menschenaffen. Die Pelikan-Anlage wurde komplett überarbeitet, und die Erdmännchen haben an der Giraffen-Anlage ein Winterhaus bekommen. Der Kiosk am Pavianberg soll zu den Sommerferien komplett renoviert wieder öffnen. Beim neuen Robbenbecken in der Polarwelt gehen die Arbeiten nach einem Stopp wegen technischer Probleme weiter. Pfingsten 2017 soll Eröffnung sein. 

Tierisch viel Nachwuchs im Tierpark Hellabrunn

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