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Am vergangenen Wochenende

Vier Übergriffe auf Bundespolizisten

München - Nach dem arbeitsreichen Wochenende zieht die Bundespolizei Bilanz. Das Fazit: Mehrmals wurden Beamte der Bundespolizei in den vergangenen Tagen, teils im Einsatz, tätlich angegangen. 

"Es ist kaum zu glauben, dass selbst in den schrecklichsten Einsatzmomenten, wie am zurückliegenden Freitag und Samstag (22./23. Juli) und auch wenige Stunden danach am Sonntag (24. Juli), Bundespolizisten tätlich angegangen wurden", leitet Wolfgang Hauner, Pressesprecher der Bundespolizei, seine Pressemitteilung ein. Denn insgesamt vier Mal wurden seine Kollegen an diesem Wochenende angegangen, teilweise sogar während der bangen Stunden nach dem Amoklauf von München, als die Bundespolizisten damit beschäftigt waren, den Hauptbahnhof abzusichern.

Zwei Fälle ereigneten sich

kurz nach dem Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum

in der Nacht auf Samstag. Erstmals gegen 23.30 Uhr als ein 29-Jähriger versuchte, eine Absperrung am Münchner Hauptbahnhof zu durchbrechen, der aufgrund der vorläufigen Terrorwarnung abgeriegelt war. Zunächst beleidigte der Mann aus dem Landkreis Dachau die Beamten der Bundespolizei, weigerte sich dann trotz erteiltem Platzverweis, das Areal zu verlassen. Auch den neuerlichen Aufforderungen kam er nicht nach, und als die Beamten in von der Absperrung wegführen wollten, widersetzte er sich. Der mit zwei Promille alkoholisierte Mann wurde festgenommen.

Eine halber Stunde später randalierte ein 24-jähriger Pole an der Absperrung am Hauptbahnhof und durchbrach diese sogar. Als die Polizeibeamten den Besoffenen - der Atemalkoholtest ergab 3,22 Promille - zurückdrängten, beleidigte dieser die Polizisten, bespuckte die Einsatzkräfte und einen Diensthund. Auch der 24-Jährige wurde vorläufig festgenommen.

Schon am Freitagnachmittag hatten es die Bundespolizisten mit einem Randalierer am Hauptbahnhof zu tun. Als sie gegen 16.45 einen schlafenden Iraker am Starnberger Flügelbahnhof weckten und ihn mit auf die Wache nahmen, weigerte der sich anschließend diese wieder zu verlassen. Mit einem zuvor sichergestellten und anschließend wieder ausgehändigten Brotmesser fuchtelte der 43-Jährige wild herum und versuchte, sich selbst am Oberschenkel zu verletzen, als ihn die Beamten aus der Dienstelle führen wollten. Gegen die Beamten setzte er das Messer nicht ein. Da er es aber nicht fallen ließ, setzten die Polizisten Pfefferspray und Schlagstöcke gegen den Mann ein. 

Der jedoch gravierendste Vorfall ereignete sich am Sonntag um kurz nach Mitternacht am Ostbahnhof. Ein 22-Jähriger machte am Aufgang zur Friedenstraße Einsatzkräfte der Bundespolizei auf sich Aufmerksam, in dem er andeutete, eine Waffe unter seinem T-Shirt bei sich zu führen, und die Worte "Baretta" schrie. Gemeint hat er aber wohl "Beretta", eine Schusswaffe des gleichnamigen italienischen Waffenproduzenten. Die Beamten stellten den Kosovaren daraufhin und durchsuchten ihn, wobei keine Waffe gefunden wurde.

Jedoch versuchte der Mann, einen der Polizisten mit seinem Ellbogen ins Gesicht zu schlagen. Grund genug den 22-Jährigen zu verhaften und mit auf die Dienststelle zu nehmen. Auch dagegen wehrte sich der Mann heftig und versuchte, die Beamten mit Kopfstößen zu verletzen. Bei der Untersuchung auf der Wache stellte sich heraus, dass der Mann 0.92 Promille hatte.

Bei den Widerstandshandlungen wurden keine Beamten verletzt. Gegen alle vier Randalierer wird wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

mm/tz

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