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Josef Schmid auf dem CSD 2014.

Parade der Schwulen und Lesben

Münchens CSU zieht mit eigenem Wagen auf den CSD

München - Das gab es noch nie: Mitglieder der Münchner CSU wollen mit einem eigenen Wagen zum Christopher Street Day kommen. Bürgermeister Josef Schmid ist begeistert. Generalsekretär Andreas Scheuer weniger.

Die CSU und der Christopher Street Day – man nähert sich schon länger an. Einst war das undenkbar, doch schon seit Jahren spricht mit Josef Schmid der prominenteste CSU-Kommunalpolitiker bei der Parade der Schwulen und Lesben. Im ersten Jahr gab es noch viele Pfiffe, im zweiten schon weniger. Inzwischen bekommt Schmid warmen Applaus. 2015 forderte er, inzwischen Zweiter Bürgermeister, sogar das volle Adoptionsrecht für Homosexuelle.

Bislang galt der Kampf für die Minderheit als glaubwürdiges Anliegen Schmids, durchaus verbunden mit dem strategischen Ansatz, in der Großstadt neue Wählerschichten zu gewinnen. Als Projekt der Partei wurde es nicht wahrgenommen. Das könnte sich nun ändern: Heuer soll es auf dem CSD erstmals einen CSU-Wagen geben. Initiiert hat ihn ein Lesbisch-Schwules Netzwerk in der Münchner CSU, das morgen stilecht im Szene-Lokal „Deutsche Eiche“ das Konzept vorstellen will. Josef Schmid sagte unserer Zeitung, die Volkspartei CSU sei „vielfältig und modern – insbesondere in München“. Er finde es „gut, dass die homosexuellen Mitglieder Flagge zeigen“.

In der CSU-Zentrale reagiert man ungewohnt schmallippig auf die Sache. „Große Volkspartei“, murmelte Generalsekretär Andreas Scheuer gestern als er darauf angesprochen wurde. Das könnte in der Langfassung ungefähr heißen: In einer großen Partei sei auch dafür Platz, euphorisch unterstützen will man das nicht. In ihrem neuen Grundsatzprogramm steuert die CSU auf den Formelkompromiss zu, den Begriff Ehe für Mann und Frau zu reservieren, sich aber auch zu homosexuellen Partnerschaften zu bekennen und sie nicht zu diskriminieren. Der Frage, ob er auf dem Wagen mitführe, weicht Scheuer mit angestrengtem Lächeln aus.

Josef Schmid übrigens wird das auch nicht tun. Er plant, den Zug auch in diesem Jahr gemeinsam mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) anzuführen. Der wird auf der Parade zwar nicht ganz so gefeiert wie sein Vorgänger Christian Ude. Aber doch noch mehr, als das für einen CSU-Mann im Jahr 2016 möglich ist.

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