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Kriminalhauptkommissar Konrad Raab überreicht Wendelin Rehm (l.) 100 Euro und die Polizeichronik.

Polizei dankt couragiertem Helfer

Handtaschendieb gestellt - jetzt gibt's die Belohnung

München - So viel Courage muss belohnt werden. Wendelin Rehm verfolgt einen Handtaschendieb und stellt das Diebesgut sicher. Dafür wird er von der Polizei geehrt.

Wie gut, dass Wendelin Rehm (64) gerade zur Stelle war: Laute Hilfeschreie in der Dienerstraße hinter dem Rathaus veranlassten den Münchner Architekten an jenem 11. Februar, sofort vom Fahrrad zu springen: "Da stand eine Frau vorm Dallmayr und rief verzweifelt: Meine Tasche! Meine Tasche!" Soeben hatte ihr ein radelnder Dieb im Vorbeifahren die Handtasche aus dem Fahrradkorb gerissen. Wendelin Rehm: "Um uns herum waren 30 Leute, die alle nur die Köpfe eingezogen und weggeschaut haben. Das fand ich unmöglich!"

Also sprang er auf sein beladenes Radl ("Ich hatte mir gerade alles Mögliche zur Sicherung meiner Fenster gegen Einbruch gekauft") und nahm die Verfolgung auf: "Der Kerl radelte hinter dem Rathaus und quer über die Fußgängerzone bis zum Andechser und dann in die Passage hinein." Zwischendurch verlor er den Dieb aus den Augen. Aber dann sah er ihn: "Er lehnte in der Passage an der Scheibe und durchsuchte die Tasche!" Auf einen Kampf ließ es Rehm nicht ankommen: "Ich habe ihn angeschubst. Da ließ er die Tasche fallen."

Die Polizei brachte die Tasche wieder zurück. Das Opfer - die Autorin Dr. Ilka K. (61) - hat sich in einem Brief bei der Polizei und ihrem Retter bedankt. Und Wendelin Rehm wurde am Freitag für seine Courage mit 100 Euro von der Polizei belohnt.

Dorita Plange

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