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Nach 24 Jahren an der Spitze des MVG geht Norbert König in den Ruhestand.

.. und das muss sein Nachfolger anpacken

Nach 24 Jahren: Das ist die Bilanz von MVG-Chef König

München - Nach 24 Jahren an der Spitze der Münchner Verkehrsgesellschaft geht Herbert König geht in den Ruhestand: Das ist seine Bilanz.

Insgesamt 24 Jahre lang war Herbert König (64) Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Ende Oktober ist Schluss, Betriebsende! Zum 1. November übernimmt Ingo Wortmann (46) den Führerstand. Unter König hat sich die MVG verändert – auch optisch. „Natürlich muss die Leistungsqualität stimmen – aber ebenso auch das Erscheinungsbild“, sagt König. Sauberkeit, Modernität, Transparenz und Serviceorientierung hätten ihm daher besonders am Herzen gelegen. „Wir haben eine Reihe von Preisen gewonnen. Das ist natürlich schön. Aber viel wichtiger ist, dass unsere Kunden diese Veränderungen wahrgenommen haben.“ Immerhin: 97 Prozent der Münchner nutzen mittlerweile die öffentlichen Verkehrsmittel. Das macht König stolz. Weniger zufrieden ist er mit Streit-Projekten wie der Tram-Westtangente oder der durch den Englischen Garten. „Das bedaure ich, weil der verkehrliche Nutzen immer wieder bestätigt wird.“ Darum wird sich nun sein Nachfolger kümmern müssen. Wie Königs Bilanz ausfällt und was Wortmann nun anpacken muss, lesen Sie hier:

Infos für Kunden

Unter anderem hat die MVG in die Echtzeit-Anzeigen an Bahnhöfen und Haltestellen investiert. Insgesamt gibt es heute circa 1350 davon. Gebaut wurden auch neue Kundencenter, etwa am Marienplatz.

Personal

Nachdem anfangs frei werdende Stellen nicht nachbesetzt wurden, ist die Zahl des Personals wieder gewachsen. Inzwischen arbeiten 3800 Menschen bei der MVG (2006: circa 2800).

Größeres Angebot

Unter König hat die MVG das Leistungsangebot um insgesamt 48,3 Prozent gesteigert. Die U-Bahn wuchs um 65 Prozent, der Bus um 27 und die Tram um zehn Prozent. Bei der Tram liegt das auch daran, dass in den 90ern Linien durch ­U-Bahnen ersetzt wurden. Durch den Ausbau findet heute jeder Münchner ein um 29 Prozent dichteres MVG-Angebot vor als 1992. Das ist einsame Spitze in Deutschland.

MVG als Dienstleister

Aus Königs Sicht ist der Ausbau der MVG zum umfassenden Mobilitätsdienstleister gut gestartet. Unter anderem hat das Unternehmen ein Mietradsystem, MVG Rad, an den Start gebracht. ­Zudem kam die App „MVG more“, die mehrere Carsharing-Anbieter einbezieht – und die erste Mobilitätsstation an der Münchner Freiheit (inkl. Radl, E-Tankstelle etc.).

Die Ticketpreise

Das Angebot der MVG bezahlen die Kunden – die Ticketpreise steigen jährlich (zuletzt um drei Prozent). Laut König nimmt die MVG durchschnittlich nur 0,85 Cent pro Fahrgast ein. Damit liege München deutlich unter anderen Großstädten.

Die Kundenzufriedenheit

2007 wurde die Zufriedenheit erstmals abgefragt. Seither bewegten sich die Noten bei auf einer 5er-Skala (1 = Bestwert) konstant im Bereich zwischen 2,55 und 2,61. Der bundesweite Wert lag ­zwischen 2,78 und 2,92.

Fahrgastzahlen

Die Kunden werden immer mehr: In 24 Jahren haben sich die Zahlen um 35 Prozent gesteigert – von 420 Millionen auf inzwischen 566 Millionen Fahrten im Jahr 2015. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht: Im laufenden Jahr 2016 verzeichnet die MVG bisher ein weiteres Plus von ca. 2 bis 2,5 Prozent.

Sicherheit

Das Risiko, in der U-Bahn Opfer einer Gewalttat zu werden, beträgt ungefähr 1 zu 3 Millionen. Bei regelmäßig durchgeführten, repräsentativen Befragungen erklären rund 95 Prozent der Fahrgäste, mit der Sicherheit im MVG-Bereich zufrieden zu sein.

Das will der neue Chef anpacken

Ingo Wortmann ist der Nachfolger Königs.

Ingo Wortmann (46) übernimmt die Geschäfte als MVG-Chef zum 1. November. Der gebürtige Wuppertaler war rund 13 Jahre Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH und der SWU Nahverkehr Ulm/Neu-Ulm GmbH, der Verkehrstöchter der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Und das muss der Neue jetzt anpacken:

Neue Verkehrsprojekte wie die Tram Westtangente, Nordtangente, die Entlastungslinie U9! Wortmann verspricht, die Planungen transparent zu halten: „Wir müssen viel reden mit den Anwohnern, aber auch mit der Politik.“

Wachstum und Kapazitätsausbau: Die Kapazität der Netze ist endlich, Die Strecken werden heute je Kilometer im Durchschnitt um 25 Prozent intensiver genutzt als 1992. Baustellen werden zunehmen.

Sicherung der Betriebsqualität: Die intensivere Nutzung durch mehr Züge und mehr Fahrgäste bedeutet mehr potenzielle Störquellen. Daher müssen neue Strecken her.

Personalgewinnung: Die MVG wird in den nächsten Jahren viele neue Mitarbeiter benötigen. Der Arbeitsmarkt ist aber zunehmend schwierig. Wortmann will daher das Image der Berufe verbessern, den Stellenwert erhöhen. „Und wir müssen schauen, wie wir uns als Arbeitgeber attraktiver machen.“

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