+
Gelebte Integration: Harry Sidiropoulos und seine Freundin Katya Raof sitzen auf einer Bank von Günter Wangerin.

Neue Aktion von Künstler Günter Wangerin

Was diese Bänke mit dem Integrationsgesetz zu tun haben

München - Neue Aktion des Münchner Künstlers Günter Wangerin (70): Mit elf Bänken hat er in der Neuhauser Straße direkt vor der Kirche St.-Michael am Samstag gegen das geplante bayerische Integrationsgesetz demonstriert.

In neun Sprachen war auf den Bänken der Satz „Nur für Deutsche ohne Migrationshintergrund“ zu lesen: auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Hebräisch, Spanisch, Italienisch, Griechisch, Russisch und Türkisch.

Mit seiner Aktion beim Beförderungsappell am Nymphenburger Schloss wurde Günter Wangerin von zwei Feldjägern zu Boden gebracht. Das verfahren gegen Wangerin wegen Hausfriedensbruch wurde eingestellt. 

Inspiriert zu dieser Installation wurde Wangerin nach eigenen Angaben von einem Foto, auf dem eine Bank zu Zeiten des Nationalsozialismus mit der Aufschrift „Nur für Arier“ zu sehen ist. Und so etwas soll es nie wieder geben, wie das Flugblatt zur Installation klar macht.

Das neue Gesetz sei aber ein Schritt in die vollkommen falsche Richtung, so Wangerin. „Das geplante Gesetz ist kein Integrations-, sondern ein Ausgrenzungsgesetz“, kritisiert der Künstler, der ein pensionierter Arzt ist. Unterstützt wird Wangerin von der Gewerkschaft Verdi.

Die Aktion am Samstag war bereits das dritte Mal, dass Wangerin seine Bänke positioniert hat. Das erste Mal stellte er sie am Max-Weber-Platz auf – während der Verlesung des Gesetzentwurfs im Landtag. Vor dem Innenministerium kamen die Bänke ein zweites Mal zum Einsatz. Eine weitere Station ist momentan noch nicht geplant, Wangerin schließt ein viertes Mal aber nicht aus.

Wegen eines Plakates, das Angela Merkel in Nazi-Uniform zeigt, muss der Künstler 3000 Euro zahlen. 

Der Münchner Künstler ist mit seinen Aktionen kein Unbekannter. Bei einer Demonstration gegen die Sparauflagen für die EU-Krisenländer im November 2012 machte er mit einem Plakat von sich Rede. Dieses zeigte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Nazi-Uniform mit Hakenkreuz-Armbinde. „Das sollte heißen: Schaut her, so sehen uns die anderen“, erklärte Wangerin seine Aktion. Er wurde vom Amtsgericht München wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt. Nachdem er Revision eingelegt hatte, stand er im Januar 2014 vor dem Landgericht München. Auch hier wurde er verurteilt und legte Revision ein. Nun hat das Oberlandesgericht jedoch die vorherigen Urteile bestätigt, und Wangerin muss zahlen.

Ebenfalls im Januar 2014 protestierte er mit einem Maschinengewehr und einer Gummimaske, die Bundespräsident Joachim Gauck darstellte, während der Sicherheitskonferenz in München. Dem Kreisverwaltungsreferat sah die Waffe jedoch zu echt aus, und es verbot die Aktion.

Im Juni 2015 störte Wangerin den Beförderungsappell der Bundeswehr am Nymphenburger Schloss. Erneut mit Gauck-Maske und mit Eisernem Kreuz ausstaffiert, rief er zweimal laut „Habt acht!“. Daraufhin wurde er von zwei Feldjägern überwältigt und gewaltsam zu Boden gebracht. Auch hierfür stand Wangerin vor Gericht. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt.

Nun hat der Künstler seinerseits Anzeige gegen die beiden Feldjäger gestellt – wegen Körperverletzung. Er spricht in diesem Zusammenhang von „pikanten Details“, die er noch veröffentlichen werde.

Lisa-Marie Birnbeck

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Rehbockgehörn mit Strass</center>

Rehbockgehörn mit Strass

Rehbockgehörn mit Strass
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Im Rathaus will man keinen zweiten Kulturstrand

München - Das Ringen um eine Standort für den Kulturstrand im kommenden Jahr geht weiter: Die Kompromiss-Pläne des Kreisverwaltungsreferats stoßen im Rathaus auf wenig …
Im Rathaus will man keinen zweiten Kulturstrand

Mehrere Einbrüche am Wochenende: Täter fesselt Bewohner

München - Am Wochenende gab es in München wieder einige Einbrüche. Doch auch zwei Erfolge kann die Polizei München vermelden. 
Mehrere Einbrüche am Wochenende: Täter fesselt Bewohner

Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte

München - Die Polizei hat in der Stadt jede Menge zu tun. Dabei haben sich einige Hotspots für Straftaten herauskristallisiert. Wir präsentieren den anderen Stadtplan …
Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte

Mord an Aline K. - Verteidigung legt Revision ein

München - Nach der Verurteilung eines 30-Jährigen zu lebenslanger Haft im Mordfall Aline K. hat die Verteidigung Revision eingelegt. Dies teilte ein Sprecher der …
Mord an Aline K. - Verteidigung legt Revision ein

Kommentare