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Der Verkehr fließt seit der Freigabe der dritten Spur auf dem Isarring wieder. Ob das auch so bleibt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Kampf gegen Dauerstau

Verkehr frei auf dem Isarring

München - Eines der größten Ärgernisse für Münchner Autofahrer gibt es nicht mehr: Seit Samstagmorgen ist die Baustelle am Isarring verschwunden - und Staus der Vergangenheit angehören.

In zwei Monaten entstand an der nördlichen Seite eine dritte Fahrspur, die den Verkehrsfluss auf der Straße künftig verbessern und somit ihre Kapazitäten erhöhen soll. „Das Wetter war hervorragend, so konnten wir die Bauarbeiten wie geplant abschließen“, erklärt der städtische Baustellenkoordinator Richard Bartl.

5,6 Millionen Euro kostete die rund einen halben Kilometer lange Einfädelspur. Sie soll den früher hier so häufig vorkommenden Staus ein Ende setzen. Laut Bartls funktioniert das bisher auch gut. Der Verkehr laufe „momentan reibungslos, so der Baustellenkoordinator. „In Euphorie ausbrechen, will ich aber trotzdem noch nicht.“

Denn bis der Verkehr sich wieder vollständig normalisiert hat, wird es wohl noch ein wenig dauern. „Ich glaube, dass noch nicht alle Autofahrer jetzt schon wieder den Isarring nutzen“, sagt Bartl. Denn viele Pendler hätten sich während der Bauzeit und den damit verbundenen Behinderungen Ausweichrouten gesucht. Ungefähr ein bis zwei Wochen, so Bartl, wird es erfahrungsgemäß dauern, bis auch diese Autofahrer wieder den Isarring nutzen würden. Erst dann könne man abschließend beurteilen, wie erfolgreich die Anbaumaßnahmen den Verkehr auf der viel befahrenen Strecke wirklich entzerren.

Auch beim Kreisverwaltungsreferat rechnet man mit einer gewissen Eingewöhnungsphase auf dem Isarring. Während sich die Autofahrer mit der neuen Verkehrsführung vertraut machen, gilt dort deshalb bis Ende der Woche ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern.

Zusätzlich zu der neuen Spur entstanden auf dem Isarring in Fahrtrichtung Schwabing und auf der Ifflandstraße in nördlicher Richtung zwei Schilderbrücken mit elektronischen Anzeigetafeln, auf denen den Autofahrern zum Beispiel Warnhinweise oder Höchstgeschwindigkeiten angezeigt werden können. Auch diese sollen dabei helfen, den Verkehr auf der Strecke so flüssig wie möglich zu regeln.

Wie sehr sich die Münchner überhaupt an den neuen Isarring gewöhnen müssen, ist unterdessen weiter unklar. Denn geplant war die dritte Spur von Anfang an als Übergangslösung, die die Möglichkeit zu einer Untertunnelung des Englischen Garten weiterhin offen lässt. Und mit der Zusage des Freistaats Ende Juli, den Tunnel mit 35 Millionen Euro unterstützen zu wollen, ist die Röhre im Grünen für die Stadt zumindest wieder in greifbare Nähe gerückt. Wegen der Planung der Spur als Provisorium ist sie mit drei Metern Breite auch nur „am unteren Ende der Norm“, wie Bartl erklärt. Üblich wären um die 3,5 Meter. Die schmalere Planung erlaubte es den Verantwortlichen, weniger Bäume in der Parkanlage abzuholzen.

Unabhängig von diesen Plänen verspricht Bartl den Autofahrern nun erst einmal ärgerfreie Fahrten im Stadtgebiet. „Zumindest bis zum Ende des Jahres haben wir keine neuen derartigen Baustellen geplant.“

Annika Schall

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