Neue Studie zum Wohnungsmarkt 

Studieren in München teuer wie nie zuvor

München - München ist für Studenten die Problemstadt Nummer eins – zumindest bei der Wohnungssuche. Das belegt eine neue bundesweite Studie. Vor allem die WG-Zimmer sind in München extrem teuer.

Bald beginnt das Wintersemester an den Unis. Doch gerade in München haben Studenten immer größere Probleme bei der Wohnungssuche – noch mehr als in den Vorjahren, wie eine gestern veröffentlichte Studie des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) im Auftrag des Immobilienentwicklers GBI zeigt. Untersucht wurden Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Studenten. In 19 dieser Städte schätzen die Forscher die Wohnsituation als besonders kritisch ein. Verglichen wurden unter anderem WG- und Mietpreise, Studenten- und Erstsemesterzahlen und die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Daraus ergibt sich ein sogenannter „Anspannungsindex“ für den studentischen Wohnungsmarkt, der maximal 100 Punkte beträgt.

Das Sorgenkind Nummer eins ist und bleibt mit 79 Punkten München (siehe Grafik): Dort ist es für Studenten am schwierigsten, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Auf den nächsten Plätzen folgen Frankfurt am Main und Köln. Aber auch in Freiburg, Darmstadt, Konstanz und Düsseldorf habe sich die Lage stark zugespitzt.

Vor allem die gestiegenen WG-Zimmer-Preise fallen beim Vergleich der Universitätsstädte ins Gewicht: In München, so die Studie, liege der Durchschnittspreis für ein WG-Zimmer inklusive Nebenkosten zum Semesterstart bei 560 Euro. Das sind knapp 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Untersuchung belegt: 2015 lag der WG-Zimmerpreis in München im Schnitt demnach bei 521 Euro, ein Jahr zuvor bei 490 Euro. Zum Vergleich: Bei den insgesamt 91 Städten, die vergleichen wurden, sind es im Schnitt 349 Euro. In Frankfurt koste ein WG-Zimmer aber auch schon 460 Euro, in Hamburg 430 Euro, in Freiburg 389 Euro.

Motor des Preisauftriebs ist der ungebrochene Zuzug: Pro Jahr ziehen laut der Studie unterm Strich etwa 20 000 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 29 Jahren mehr in die Stadt, als in dieser Altersgruppe wegziehen, wie das MMI erklärt. Ein Grund seien die attraktiven Hochschulen. Allein an der Ludwig-Maximilians-Universität waren im Wintersemester 2015/2016 mehr als 52 000 Studenten eingeschrieben, an der Technischen Universität München rund 39 000. Insgesamt studierten laut der Untersuchung bereits im Wintersemester 2014/15 rund 115 000 Studenten an den Münchner Hochschulen. Der Anteil der ausländischen Studenten lag demnach bei 16,4 Prozent.

Dazu kommen junge Berufstätige, die die Karriere in die Landeshauptstadt geführt hat. Sie alle konkurrieren um das begrenzte Angebot an Wohnungen – mit unterschiedlichen Strategien: Viele Studenten geben sich laut der Studie mit kleineren Wohnungen zufrieden, wenn sie sich dadurch eine Lage leisten können, wo etwas für junge Leute geboten ist. Ein wenig billiger als im Apartment geht es meist in Wohngemeinschaften, wo gerade Singles Kosten sparen. Hier findet man nicht nur Studenten, sondern, wie die Untersuchung belegt, auch viele Berufstätige. Jede zweite WG in München sei eine Berufstätigen-WG, teilte das MMI auf Anfrage mit. Das gebe es in keiner anderen Großstadt.

Jeder zehnte in München Studierende lebte im Wintersemester 2014/15 in einem Studentenwohnheim – meist nach längerer Wartezeit, denn der Ansturm auf einen günstigen Platz ist enorm: Beim Studentenwerk gibt es aktuell rund 11 000 Wohnheimplätze in München und Umgebung. Auf der Warteliste stehen mehr als 8000 Studenten. Das Studentenwerk verweist Wohnungssuchende an die Privatzimmervermittlung (Telefon 089 / 35 71 35 26, www.studentenwerk-muenchen.de). Aber auch die Unis selbst helfen teils bei der Vermittlung. Für die Studenten der TUM gibt es eine eigene Wohnungsbörse (www.tum.de/unileben/wohnen/).

Anne Hund

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Kommentare

Baut endlich wieder billig!
(0)(0)

Da sollte man halt nochmal ein paar Wohnheimsplätze bauen.
Bei 8000 Personen auf der Warteliste (Münchner dürfen sich gar nicht bewerben) kann man von einem Bedarf von ca. 10.000 Plätzen ausgehen.
Das entspricht ca. 4x der Studentenstadt Freimann.

Damit würde man auch Druck aus dem Kessel bei den billigen Wohnungen für z.B. Krankenschwestern, Altenpflegern, Kindergärtnerinnen usw. nehmen.

capu65
(1)(0)

Wer eine Ursache des Problems befürwortet, muß mit den Folgen leben. Um die Ausnahmen tut es mir selbstverständlich leid.