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OB Dieter Reiter.

Kommentar zur Stadtsparkasse

Neues Girokonten-Modell: In jeder Hinsicht falsch

München - Die Stadtsparkasse würde mit dem neuen Girokonten-System Ältere und Geringverdiener stärker belasten. Doch nicht nur deshalb ist es richtig, dass OB Reiter sein Veto einlegt. Die Stadtsparkasse droht auch, den eigenen Markenkern zu beschädigen, kommentiert Merkur-Redakteur Felix Müller.

„Die Bank unserer Stadt“ – so wirbt die Stadtsparkasse München um Kunden. Der Bank-Berater im Viertel, die Filiale, in die schon die Großeltern gegangen sind, der Sponsor von Jugendsport: Natürlich steht die Stadtsparkasse auch für ein Gefühl von Verlässlichkeit und Verwurzelung. Die Stadtsparkasse gefährdet dieses Gefühl: Ihr neues Gebühren-Modell belastet ältere Müncher, Geringverdiener, jene, die noch klassisch zum Schalter gehen. Es ist richtig, dass OB Reiter sein Veto einlegt.

Eine Stadtsparkasse ist keine Internet-Bank. Sie ist der Stadt verpflichtet, deshalb hat Reiter als Verwaltungsrats-Chef die Richtlinienkompetenz. Reiter muss seine Hand in diesen Münchner Boom-Jahren ganz besonders über jene halten, die unter die Räder zu geraten drohen. Zum Beispiel älteren, bedürftigen Münchnern, die künftig 2,50 Euro dafür bezahlen sollen, sich selbst einen Kontoauszug in der Filiale auszudrucken – und gleich noch einmal 2,50 Euro, wenn sie Geldscheine am Automaten einbezahlen. Es ist ein absurdes, unfaires Modell.

Und übrigens auch eines, das der Stadtsparkasse selbst höchstens kurzfristig nutzt. Sie sollte besser in ihren Markenkern investieren: die Betreuung der Kunden. Es gibt Kleinstädte in Deutschland, da öffnen die Filialen unter der Woche ohne Mittagspause – und auch samstags. In München hingegen muss man schon viel Glück haben, um einen offenen Schalter zu finden. Politik mag oft lebensfern erscheinen. In der Debatte um die neuen Gebühren ist sie zumindest näher an den Menschen als die Münchner Stadtsparkasse.

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