Kinder lieben Ponys: Auf der Wiesn und den Auer Dulten bleibt das Ponyreiten erlaubt. Foto: dpa
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Kinder lieben Ponys: Auf der Wiesn und den Auer Dulten bleibt das Ponyreiten erlaubt.

Verbortsantrag scheitert im Stadtrat

Oktoberfest & Auer Dult: Ponyreiten bleibt erlaubt

München - Verbotsantrag der SPD gescheitert: Wirtschaftsausschuss des Stadtrats fällt Entscheidung zugunsten der Tradition.

Ponyreiten auf der Wiesn und den Auer Dulten bleibt erlaubt. Der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats hat am Dienstag einen Verbotsantrag der SPD abgelehnt – bei einer Stimmengleichheit von 10:10. Mit den Sozialdemokraten votierten nur die Grünen. Die SPD wollte das Ponyreiten nach einer Übergangsfrist ab 2018 nicht mehr zulassen.

Groß diskutiert wurde gestern nicht mehr, die Argumente pro und contra Ponyreiten waren weitgehend ausgetauscht. Die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD, Bettina Messinger, bedauerte die Entscheidung, „die dem Tierwohl nicht den Vorrang einräumt“. Nun sei es an den Eltern, selbst zu entscheiden, „ob sie die Plackerei der Ponys auf der Wiesn und der Auer Dult weiterhin unterstützen werden“. Sie hoffe, der Antrag habe zumindest das Bewusstsein geschärft, dass Ponykarussells alles andere als artgerecht seien.

Bürgermeister Josef Schmid (CSU), gleichzeitig Wirtschaftsreferent, gab bei allem Verständnis für den Tierschutz zu bedenken, dass es sich um eine traditionelle Einrichtung auf der Wiesn handele und dass bei einem Verbot Schausteller-Existenzen auf dem Spiel stünden. Das Ponyreiten nicht mehr zuzulassen würde bei ihm zwiespältige Gefühle auslösen. Denn, so Schmid: „Haben Sie schon mal das Leuchten in den Kinderaugen gesehen?“

Wie sein Parteikollege Manuel Pretzl verwies Schmid zudem auf die Stellungnahme des städtischen Veterinäramtes. Die Behörde hatte erklärt, dass die auf Oktoberfest und Dulten zugelassenen Betriebe die Vorgaben des Tierschutzgesetzes erfüllten. Es seien auch keine speziellen gesundheitlichen Probleme im Vergleich zu anderweitig genutzten Pferden festgestellt worden, ebensowenig Verhaltensauffälligkeiten aufgrund des Lärms. Pretzl: „Die Aussagen der Veterinäre, dass Ponyreiten keine Tierquälerei ist, sind glaubwürdig.“ Außerhalb der Volksfest-Saison würden die Pferde auf der Weide stehen.

Lydia Dietrich (Grüne) entgegnete, keine Tierquälerei bedeute noch lange nicht, dass die Haltung auch artgerecht sei. Die Grünen hatten bereits im Jahr 2011 einen Antrag gestellt, das Ponyreiten zu verbieten. Richard Progl (Bayernpartei) meinte, die einfachste Lösung sei immer noch, es den Eltern selbst zu überlassen, ob sie ihren Kindern den Spaß gönnen. Im Übrigen sei es nicht kommunale Aufgabe, „Schausteller-Existenzen zu vernichten“.

Das Zünglein an der Waage bei der Abstimmung war schließlich Tobias Ruff von der ÖDP. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, erklärte er. Aber das Reiten nach 200 Jahren von der Wiesn zu verbannen, sei sicher schwierig. Süffisant merkte der ÖDP-Stadtrat im Hinblick auf die Tierschutzdebatte an: „Warum fangen wir bei ein paar Ponys an, und nicht bei ein paar Millionen Hendln und Schweinswürsteln?“

Als Kompromiss schlug Ruff vor, die Ponykarussells auf die „Oide Wiesn“ zu verlegen. Dort herrsche mehr Ruhe und Tradition. OB Dieter Reiter (SPD) konnte diesem Vorschlag indes nichts abgewinnen: „Im Kreis laufen sie auf der Oiden Wiesn aber auch.“ klaus Vick

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