Gasthaus Zur Post
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Das Gasthaus Zur Post am Marienplatz in Pasing.

Rechtspopulistische Veranstaltungen

Pasinger Post-Wirt riskiert Rauswurf

München - Der Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev will rechtspopulistische Auftritte im Gasthof Zur Post in Pasing nicht mehr dulden. Er droht dem Wirt mit Konsequenzen. Der zeigt sich uneinsichtig.

Bis zum Herbst 2017 hat die Familie Schön das Hotel zur Post in Pasing gepachtet. Eine Verlängerung scheint nun fraglich. Sie hängt wohl davon ab, ob der Wirt auch künftig Versammlungsräume an rechtspopulistische Gruppierungen vermietet.

Der Besitzer des Wirtshauses, der weltweit größte Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev, macht Druck. Vor wenigen Tagen hatte der AfD-Politiker Björn Höcke mit einem Vortrag über das Thema „Asyl-Chaos“ den Stein ins Rollen gebracht (wir berichteten). Die AfD-Veranstaltung war nicht der erste Auftritt einer rechtspopulistischen Partei in der Gaststätte am Pasinger Marienplatz, auch die Partei „Die Rechte“ war offenbar schon zu Gast. Immer wieder sorgte der Post-Wirt deshalb für Schlagzeilen. Der örtliche Bezirksausschuss forderte nun die Stadtverwaltung auf, Veranstaltungen dort nicht mehr auszurichten.

Dem Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev, zu dem seit 2004 auch die Münchner Biermarken Löwenbräu, Franziskaner und Spaten gehören, reicht das nicht. Das Unternehmen hat den Post-Wirt schon länger im Visier: „Wir haben in den vergangenen Jahren mehrfach mit dem Pächter gesprochen und deutlich mitgeteilt, dass wir die Situation genau beobachten und den Auftritt von Rechtsextremisten oder anderen extremistischen Vereinigungen nicht tolerieren werden“, erklärte Unternehmenssprecher Oliver Bartelt. Sollte sich ein Auftritt wie der AfD wiederholen, müsse der Post-Wirt damit rechnen, dass der Pachtvertrag nicht verlängert werde. Eine andere rechtliche Handhabe gebe es nicht.

Ein menschenverachtendes und rassistisches Gedankengut toleriere der Konzern nicht, argumentiert Bartelt. Inzwischen werde in neuen Pachtverträgen eine Zusatzklausel vereinbart, die der Vermietung an extremistische und populistische Gruppen einen Riegel vorschieben soll. Doch der Pächter in Pasing wehre sich standhaft, diesen Zusatz nachträglich zu akzeptieren, sagte Bartelt.

Für den Pasinger Post-Wirt scheint die Sache dennoch geklärt. Er habe mit dem Konzern gesprochen, betonte er. Und die Polizei habe die AfD-Versammlung schließlich genehmigt. Für den multinationalen Brauereikonzern ist das kein Argument. „Wir haben den Wirt auf die Konsequenzen hingewiesen, sollte er wieder extremistische Gruppierungen in die Räumlichkeiten holen“, machte Sprecher Bartelt deutlich.

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