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Noch wie im Bilderbuch: Rasem Baban, Catherine Demeter und Marlies Mirbeth vor dem schön illustrierten Mühlendorf-Plan.

Nachhaltigkeit lernen

Pläne für Hellabrunn: Kindertierpark wird zum Mühlendorf

München - Im Tierpark Hellabrunn ist bald nichts mehr, wie es war: Die große Umgestaltung betrifft auch den beliebten Kindertierpark. Er wird zum Mühlendorf. Dort erfahren Kinder und Erwachsene mehr über heimische Tiere und Pflanzen – und sollen so lernen, nachhaltiger zu leben.

„Das Unwetter der letzten Tage ist ein Indiz dafür, dass sich auf unserem Planeten einiges ändert“, sagte Rasem Baban, Zoodirektor des Tierparks Hellabrunn. Dagegen möchte er etwas unternehmen: Am Donnerstag stellte er mit Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD), Marlie Mirbeth, Mitglied des Stadtsparkassenvorstand, und Catherine Demeter von der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung im Tierpark den Plan für das neue Mühlendorf vor.

Das Dorf ist Teil des Masterplans, nach dem sich der Tierpark Hellabrunn in einen Geozoo der Biodiversität verwandeln soll. Dabei wird die Vielfalt des Lebens besonders herausgestellt. Die Tiere werden geordnet nach ihren Herkunftsländern untergebracht.

Hellabrunn verfolgt dieses Prinzip schon seit den 1920er– Jahren. Nun soll den Besuchern verstärkt das Gefühl gegeben werden, tatsächlich einen unbekannten Kontinent zu durchstreifen.

Wo sich jetzt noch der Kinderpark im südlichen Teil von Hellabrunn befindet, steht der Bau des Mühlendorfs an. Er wird in zwei Abschnitten umgesetzt. Bis 2018 soll der erste Teil fertig werden, der zweite bis 2019. Die Kosten, die sich auf 13 Millionen Euro belaufen, stemmt der Tierpark mit Hilfe der Stadtsparkasse und der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung.

23 000 Quadratmeter bieten dann Raum für vom Aussterben bedrohte, heimische Haustierarten, sowie für Wildtiere und -Pflanzen. So werden sich dort etwa Sulmtaler Hühner, Girgentana-Ziegen oder Zweifarbfledermäuse tummeln. Für die bedrohten Bienen wird ein Bienenhaus errichtet, gefährdete Fischarten werden im Fischbruthaus gezüchtet und anschließend ausgesetzt. Um eine authentische Atmosphäre zu schaffen, werden klassische Bauernhäuser und Stallungen errichtet. Der Auer Mühlbach passt wunderbar in das Konzept.

Die Flora und Fauna Eurpopas mag den Münchnern geläufiger sein als die anderer Kontinente. Laut Baban ist aber vielen noch nicht bewusst, dass die Biodiversität vor der eigenen Haustür globale Auswirkungen hat. Und man gerade in seiner Heimat die größten Einflussmöglichkeiten auf die Natur hat. Darüber soll das Mühlendorf aufklären. Laut Bürgermeisterin Christine Strobl soll der Tierpark nicht nur Freizeit- und Erlebnispark sondern auch Bildungsort sein. Diese Aufgabe nimmt Baban sehr ernst: Lernen und Entdecken wird im Mühlendorf groß geschrieben.

Tierfreunde erfahren im Dorf mehr über bayerische Haustiere. Sie lernen, von welchen Wildtieren die Heimtiere abstammen, warum einige vom Aussterben bedroht sind und welche Lebensmittel die Tiere produzieren. „Viele Kinder denken in der heutigen Zeit, dass die Kuh lila ist und das Ei direkt aus dem Supermarkt kommt.“, so Baban. Wo die Lebensmittel, die auf dem Tisch landen, erzeugt werden, wissen einige gar nicht. Deshalb wird das Mühlendorf auch die Wichtigkeit der naturnahen Landwirtschaft hervorheben. So sollen Besucher lernen, bewusster zu konsumieren.

Mehr über Natur- und Artenschutz erfahren Kinder auch in der Zooschule. Bisher handelte es sich bei dieser um einen einzigen Raum. Für das Entdeckerparadies ist eine Schule in größerem Stil geplant: Ein modernes Gebäude inmitten der bayerischen Flora und Fauna soll für ein praxisnahes Lernerlebnis sorgen. So dürfen Kinder in der Pause etwa den Ziegenstall nebenan ausmisten.

Baban hofft, dass solche Projekte die Nachfolgegeneration lehren, ihr schweres Erbe mit Vernunft und Verantwortung zu steuern.

Hannah Kittel

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