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Kommissar Konrad Raab

Polizei warnt

Falsche Dachdecker nehmen Rentner aus

München - Betrügerische Banden aus Osteuropa versuchen derzeit verstärkt, als Handwerker älteren Münchnern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Polizei warnt.

Mitte Oktober klingelte ein Unbekannter an der Gartentür eines 70-Jährigen an der Silberkopfstraße in Berg am Laim. Der Gauner erzählte, er würde gerade beim Nachbarn Dacharbeiten verrichten. Bei der Gelegenheit habe er gesehen, dass auf dem Garagendach des 70-Jährigen drei Schrauben fehlten. Er bot an, das Dach für 15 Euro zu reparieren. Der Münchner willigte ein.

Plötzlich standen drei weitere Männer auf dem Grundstück und begannen, Moos und Gras vom Garagendach zu räumen. Der Chef der „Dachsanierer“ ging derweil mit dem völlig überrumpelten Münchner zu einem Auto mit ungarischer Zulassung und zeigte ihm Dachplatten, die angeblich 240 Euro kosten. Der Unbekannte bot an, für 180 Euro das gesamte Dach zu sanieren. Da ihm das Angebot günstig erschien, stimmte der Münchner zu.

Viel zu hohe Rechnung präsentiert

Etwa eine Stunde werkelten die Vier auf dem Dach, dann präsentierten sie ihre Rechnung in Höhe von 7000 Euro, beziehungsweise 5000 Euro ohne Rechnung. Als Begründung gaben sie an, dass es sich bei den 180 Euro um den Quadratmeterpreis gehandelt habe und Zubehör dazugekommen sei. Um die penetranten Männer los zu werden, zahlte der 70-Jährige 2000 Euro. Er fuhr sogar mit den Betrügern zur Bank, um das Geld abzuheben. Der Haushandwerker des Münchners stellte später fest, dass sämtliche Platten wieder abmontiert werden mussten. Sie waren für das Flachdach völlig ungeeignet.

Laut Konrad Raab, Leiter des Kommissariats für Trick- und Taschendiebstahl bei der Münchner Polizei, sind seit einiger Zeit verstärkt osteuropäische Banden in der Stadt unterwegs. „Sie fahren durch die Straßen und suchen sich gezielt Rentner aus.“ Dann ist das Vorgehen immer ähnlich: Die Gauner sprechen die älteren Menschen an und behaupten, die Dachziegel seien schief, das Haus müsste geweißelt oder die Auffahrt geteert werden.

Arbeiten werden unsachgemäß ausgeführt

 „Der Betrüger macht mit dem Opfer aus, für einen gewissen Betrag etwas zu reparieren“, sagt Raab. Wie aus dem Nichts würden dann plötzlich mehrere Ganoven auftauchen und wesentlich mehr machen als vereinbart. „Die Arbeiten werden in der Regel völlig unsachgemäß ausgeführt“, sagt Raab. Um die Gauner wieder loszuwerden, würden die Opfer häufig den geforderten Betrag zahlen.

Auch für die Polizei ist die Masche schwierig. Denn ein Betrug ist den Banden laut Raab schwer nachzuweisen, da meist mündliche Absprachen getroffen werden. Die Folge: Nach einer Festnahme muss die Polizei die Ganoven häufig wieder laufen lassen. Die Polizei zu holen, ist dennoch sinnvoll – allein, um die Täter ohne zu bezahlen loszuwerden. Am besten, so Raab, lasse man sich aber gar nicht darauf ein und konsultiere für Reparaturen eine Fachfirma.

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