Den Riemer Friedhof nutzen viele Radler als Abkürzung. Foto: ms

Radler stören Friedhofs-Besucher

München - Jetzt drohen Konsequenzen: Ein Drehkreuz soll künftig die Abkürzungsroute über den Friedhof in Riem versperren.

Radfahrer, die über den alten Friedhof in Riem flitzen und vor allem von älteren Friedhofsbesuchern als Störung und Gefährdung empfunden werden - mit dieser Beschwerde war ein Bürger beim Bezirksausschuss zunächst auf große Skepsis gestoßen. Umso verwunderter reagierten die Stadtteilpolitiker nun auf die Antwort der städtischen Friedhofsverwaltung. Denn es stimmt wirklich.

Tatsächlich seien vor allem im alten Teil des Riemer Friedhof verhältnismäßig viele Radfahrer unterwegs, so die Friedhofsverwaltung. Der Grund: Die Radler nutzen das Tor im hinteren Teil des Friedhofs Richtung Messestadt und durchqueren das Gräberfeld als Abkürzung zur Straße „Am Mitterfeld“. Nun könnte man das Tor abschließen und damit den Radverkehr drastisch verringern, dann müssten aber auch alle Fußgänger einen Umweg machen.

Der Vorschlag brachte die BA-Mitglieder in die Bredouille. Die Radl-Abkürzung über den Friedhof sei nicht in Ordnung, einen Umweg für die Besucher wollte man aber auch nicht. Die Lösungsidee: Ein Drehkreuz oder eine Drehtür, die selbst ältere Friedhofsbesucher mit Gehhilfe durchlässt, Radfahrer aber aussperrt. Für sie soll es eine Umgehung entlang der Friedhofsmauer geben.

Die Durchgangswege zwischen den Schollen des neuen Riemer Friedhofs auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Mitterfelds dürfen die Radfahrer übrigens ganz legal nutzen. Diese Wege gehören nämlich nicht zum Friedhofsgelände.

Von Carmen Ick-Dietl

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