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Hier ist Signa drin: Die Grafik zeigt, wo die Unternehmensgruppe des österreichischen Investors Rene Benko als Eigentümer oder Mieter aktiv ist.

Investor mischt die Innenstadt auf

Rene Benko: Das Einkaufs-Imperium wächst

München - Mit Karstadt am Bahnhofsplatz hat sich der österreichische Immobilien-Milliardär Rene Benko  ein weiteres Juwel in der Münchner Innenstadt gesichert. Seine Signa-Gruppe, so kündigte er an, werde in München „mehr als eine Milliarde Euro investieren“.

Zur Immobilie zwischen Hauptbahnhof und Königshof kam die Signa, anders als bei der Alten Akademie und dem Karstadt Oberpollinger, nicht direkt: Zweimal hatte das Objekt den Eigentümer gewechselt. Jetzt gehört es der Investment-Firma RFR, die der Signa einen 50-Prozent-Anteil verkaufte. Als Joint Venture, so teilt Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber mit, wolle man das Objekt entwickeln.

Die Lage ist interessant: Im Osten entsteht der neue Königshof mit spektakulärer Fassade, im Westen soll einmal der neue Hauptbahnhof ein Tor nach München öffnen – und die Flaneure auf ihrem Weg in die Innenstadt direkt vor den Einkaufstempel leiten, der einmal Hertie hieß. 137 Meter Schaufensterfront an der Schützenstraße und sogar 173 Meter an Prielmayerstraße gehören zur Immobilie. Was damit geschehen soll, will die Signa noch nicht sagen. Doch klar ist: Der westliche Teil, erbaut 1904/5, steht unter Denkmalschutz und dürfte wohl äußerlich unverändert bleiben. Der Anbau aus dem Jahr 1972 dagegen bietet Raum zur Gestaltung. Walter Zöller (CSU), graue Eminenz in der Stadtgestaltungskommission, geht davon aus, dass die Signa den Anbau abreißen und komplett neu bauen wird. „Das ist ein völlig unattraktiver Riegelbau“, sagt Zöller. Hier biete sich die Chance, „etwas richtig Tolles zu machen“. Mit einem ordentlichen Architekturwettbewerb könne „eine spektakuläre Ergänzung zum neuen Königshof“ entstehen.

„Eine sehr charmante Idee“

Zu Spekulationen in der „Süddeutschen Zeitung“, eine neue Straße oder Passage könne den Komplex durchgängiger machen, wollte sich Signa-Sprecher Robert Leingruber nicht äußern. Christian Amlong, der für die SPD in der Stadtgestaltungskommission sitzt, würde den Durchstich begrüßen. „Eine sehr charmante Idee“, sagte er. Allerdings müsse es ein öffentlicher Weg werden – „und keine 08/15-Passage“. Noch ist offen, in welchem Zeitraum Signa und RFR das Projekt in Angriff nehmen wollen.

Design-Studie für die 4. Etage im Oberpollinger.

Folgt man dem Fußgängerstrom Richtung Marienplatz, so stößt man nach 230 Metern jenseits des Stachus auf die nächste Adresse im Benko-Reich: Karstadt Sport gehört zur Unternehmensgruppe, im Gebäude sei man aber „nur Mieter“, wie Leingruber sagt.

Ein paar Schritte weiter, bei Karstadt Oberpollinger, ist das anders. Hier ist die Signa Eigentümer und – seit Karstadt Warenhaus im August 2014 übernommen wurde – auch Betreiber. Die Österreicher haben Großes vor. Sukzessive, Stockwerk für Stockwerk, soll das in die Jahre gekommene Warenhaus modernisiert werden. Den Auftrag erhielt Architekt John Pawson, der unter anderem die Augsburger Moritzkirche und den Christopher Kane Store in London gestaltet hat. Im 4. Stock, so interne Entwürfe, soll die Abteilung „Home & Living“ in luftiger, von edlem Holz geprägter Umgebung präsentieren, was des Münchners Herz begehrt.

Vorgeschmack nächste Woche

Einen Vorgeschmack werden die Münchner nächste Woche bekommen, wenn im Kellergeschoss „The Storey“ eröffnet: Ein „Concept Store“, der die Einkaufskultur moderner Großstädte widerspiegeln soll.

Nur durch die Bügersaalkirche getrennt, schließt sich jenseits der Kapellenstraße die Alte Akademie an, deren Südteil die Signa 2013 vom Freistaat gekauft hat. Bis 2019 soll hier nach einem Entwurf des Büros Morger Partner Architekten mit behutsamen Eingriffen in die denkmalgeschützte Bausubstanz ein Mix aus Handel, Gastronomie, Büros und exklusiven Stadtwohnungen entstehen.

Die Erschließung der Tiefgarage betreffend gibt es Gerüchte, die derzeit von der Signa weder bestätigt noch dementiert erden: Ein Tunnel könnte die Verbindung zur Tiefgarage des Oberpollinger schaffen und die Kapellenstraße komplett vom Erschließungsverkehr befreien. Zu den Adressen der Signa in München gehört neben der Niederlassung in einem Bürogebäude am Maximiliansplatz auch die Schrannenhalle: Hier tritt die Signa durch eine Beteiligung an der italienischen Lebensmittelkette Eataly als Mieter auf.

Es ist unwahrscheinlich, dass Benkos Einkaufstour in München damit beendet ist. „München ist ein wichtiges Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturzentrum sowie eine der am stärksten prosperierenden Städte Europas“ heißt es auf der Internetpräsenz der Unternehmensgruppe. Das klingt nach Appetit auf mehr.

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