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Ein Traumato treibt in der Untersbergstraße sein Unwesen. Dort gibt es besonders viele Pokéstops.

Polizei konnte nicht kommen

"Pokémon Go"-Ärger: Hilferuf eines Münchners

München - Robert V. ist verzweifelt: Zahlreiche Pokémon-Go-Spieler treffen sich abends vor seinem Haus in München zur gemeinsamen Monsterjagd. Nachts bekommt er kein Auge mehr zu.

Der Münchner weiß sich nicht mehr zu helfen: In seiner Wohngegend, Untersberg- Ecke Bayerischzeller Straße in Obergiesing, ist es nachts zur Zeit öfters sehr laut. Genauer gesagt, seit "Pokémon Go" in Deutschland erhältlich ist. Robert V. berichtet von 40 bis 50 Spielern, die sich etwa alle zwei Tage vor seinem Haus zur Monsterjagd verabreden. Dabei ist die Gegend normalerweise sehr ruhig, alle Geschäfte haben nachts geschlossen.

Das Besondere an der Straßenecke: Hier befinden sich mehrere "Pokéstops", also Stellen im Spiel, an denen die Spieler Nachschub von verschiedenen Items bekommen können. Außerdem lässt sich an den Pokéstops ein sogenanntes Lockmodul aktivieren, eine Funktion, mit der sich die virtuellen Pokémon leichter anlocken und fangen lassen.

Pokémon-Go-Spieler: "Mir doch egal"

"Meine Lebensgefährtin und ich wissen einfach nicht mehr, was wir machen sollen", erzählt Robert V. "Nachmittags können die Spieler sich ja dort treffen - aber nach 22 Uhr möchte ich gerne meine Ruhe haben." Am schlimmsten sei es in der Nacht von Samstag auf Sonntag gewesen, obwohl die beiden Bewohner am nächsten Tag früh raus mussten. Bis 1 Uhr nachts wurde draußen laut gesprochen und gelacht. "Die kamen mit Klappstühlen und haben es sich gemütlich gemacht." Ein Nachbar habe sogar seinen WLAN-Router auf den Balkon verlegt, um vor dem Haus besseren Empfang zu haben.

Verständnis für die Spielbegeisterung hat Robert V. ja, er hat das Spiel selbst schon runtergeladen und ausprobiert. "Ich wollte mal wissen, was es so für Pokémon gibt und wo man die findet." Trotzdem erwartet er, dass die Spieler die Nachtruhe respektieren. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall: "Als ich runter gegangen bin und freundlich drum gebeten habe, leiser zu sein, haben sie nur gelacht. 'Mir doch egal', sagten einige." Die Spieler waren seiner Einschätzung nach mindestens 20 Jahre alt und deutlich älter.

Also wendete sich Robert V. an die Polizei. Doch selbst nach einer dreiviertel Stunde war von einem Streifenwagen keine Spur: "Die haben mir bei einem zweiten Anruf gesagt, dass sie momentan viel zu tun haben mit Schlägereien. Was sollen wir denn machen? Da bleibt ja fast nur noch Ausziehen."

Anzeige erstatten und Pokéstop melden

Soweit muss es aber nicht kommen. Die Polizei bedauert, dass sie dem Obergiesinger nicht helfen konnte. "Samstag Nacht war leider sehr viel los. Wir bekamen über 200 Anrufe die Stunde, die Beamten haben sich bemüht, alles so schnell wie möglich abzuarbeiten." Auf sich Sitzen lassen muss Robert V. die Ruhestörung trotzdem nicht, sagt der Polizeisprecher. "Pokémon-Go-Spieler dürfen auf keinen Fall den Schlaf der Anwohner stören und schon gar nicht deren Hausrecht. Betroffene Anwohner sollten sich auf jeden Fall bei der Polizei melden. Sollte keine Streife zur Verfügung stehen, kann man auf der nächsten Dienststelle Anzeige wegen Ruhestörung oder Hausfriedensbruch erstatten."

Auch der Spielentwickler Niantic bietet auf seiner Homepage ein Formular an, mit dem sich problematische Pokéstops melden lassen. Ob es zur Löschung kommt, wird dann im Einzelfall entschieden - einen Versuch ist es aber Wert. In den "Pokémon Go Trainer Richtlinien" werden die Spieler außerdem dazu aufgefordert, Zuschauer und Mitspieler "respektvoll und höflich" zu behandeln und sich "angemessen" zu verhalten. Sonst kann das Benutzerkonto auch gesperrt werden. Immer wieder hört man verrückte Geschichten rund um "Pokémon Go" - und das obwohl das Spiel erst seit 13.7. in Deutschland erhältlich ist.

ja

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Die App ist erst ein paar Tage auf dem Markt, da hat sich Pokémon Go schon über den ganzen Globus ausgebreitet: Über 10 Millionen Menschen jagen Monster. Wir erklären, wie das Spiel funktioniert und welche Tipps und Tricks Sie kennen müssen.

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