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Chaos-Weiche: Zwei Störungen in zwei Tagen

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Von: Peter T. Schmidt

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München - Die Weiche in Laim, die bereits am Mittwoch zu erheblichen Behinderungen im gesamten S-Bahn-Netz geführt hat, war gestern erneut defekt. Abermals musste der Betrieb auf ein Notprogramm umgestellt werden. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert die Politik zum Handeln auf.

Wie berichtet, war der Antrieb der Weiche, die die Linien S 1 und S 2 aus der Stammstrecke ausleitet, am Mittwoch gegen 16.30 Uhr ausgefallen. Die Folge: Notbetrieb, Verspätungen bis in den späten Abend. Wie die Bahn mitteilte, wird die Weiche mit einem Elektromotor gestellt. Eine Störung dieses Motors haben die Techniker am Mittwoch binnen einer Stunde behoben.

Gestern nun fiel gegen 11 Uhr an der selben Weiche die Schaltung des Antriebs aus. Wieder musste der S-Bahn-Betrieb vorübergehend auf ein Notprogramm umgestellt werden: Die meisten Linien wendeten vorzeitig, nur noch die S 4 fuhr durch die Stammstrecke. Nach einer knappen Stunde war die Weiche soweit gesichert, dass die Züge entlang der Stammstrecke wieder fahren konnten. S 1 und S 2 wurden auf den Fernbahngleisen zum Hauptbahnhof bzw. über den Südring geleitet.

„In den nächsten Stunden wird der komplette Weichenantrieb ausgetauscht“, meldete die Bahn um 12.22 Uhr. Warum dies nicht schon nach der ersten Störung am Mittwoch geschehen ist, vermochte eine Sprecherin nicht zu sagen.

Andreas Barth, Münchner Sprecher von Pro Bahn, macht für die Störungen der vergangenen Tage – am Dienstag hatte ein Kurzschluss in der Oberleitung die Stammstrecke lahmgelegt – den allgemein schlechten Zustand der S-Bahn verantwortlich. Marode Anlagen seien Folge der jahrelangen Vernachlässigung durch die Politik, die dafür lieber Luftschlösser baut“, so Barth. Es sei bezeichnend, dass sich der Bundesverkehrsminister mit WLAN in Nahverkehrszügen beschäftige, „während die S-Bahn-Kunden tagelang unter massiven Störungen leiden“. Barths Fazit: Zustand und Instandhaltung der Infrastruktur müssten durch den politisch verantwortlichen Freistaat Bayern aktiver überwacht werden. „Wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass das mit der Deutschen Bahn nicht geht – und die Ereignisse der letzten Tage legen das nahe – dann sollte man sich nach Alternativen umschauen."

Peter T. Schmidt

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