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Ehrwürdige Schwabinger Bildungstempel: Das Maximilians- und Oskar-von-Miller-Gymnasium teilen sich seit gut 100 Jahren eine Innenhof.

„Unsere Schule wird unattraktiv“

Sanierung: Schwabinger Gymnasien müssen ausweichen - weit weg

München - Das Maximilians- und das Oskar-von-Miller-Gymnasium werden saniert. Die Direktorien sind allerdings entsetzt über den Ausweich-Standort.

Das Maximiliansgymnasium und das Oskar-von-Miller Gymnasium in der Nähe der Münchner Freiheit müssen saniert werden, das steht schon länger fest. Doch wo die Schüler während der Bauarbeiten unterrichtet werden sollen, darüber sind sich Stadt und Schulleitung uneinig. Denn momentan ist ein Ausweichquartier in Fröttmaning zwischen Burmester- und Bauernfeindstraße geplant – was in den Schulen für Entsetzen sorgt. Das Grundstück liegt deutlich weniger zentral als der Stammsitz der Gymnasien, rund sieben Kilometer entfernt vom alten Standort in Schwabing.

„Das Ausweichquartier bringt uns in große Schwierigkeiten“, erklärte deshalb der Leiter des Maximiliansgymnasiums, Hans Orgeldinger, in der jüngsten Sitzung des zuständigen Bezirksausschusses (BA) Schwabing-Freimann. „Wir sind darauf angewiesen, dass wir gut erreichbar sind“, sagte er. Das Maximiliansgymnasium ist das einzige rein humanistische Gymnasium in München, deshalb, so Orgeldinger, habe man Schüler aus der ganzen Stadt. Eine Verlegung an den Stadtrand würde für viele von ihnen eine unzumutbare Verlängerung des Schulwegs bedeuten. Orgeldinger befürchtet sinkende Anmeldezahlen. Er glaubt: „Der neue Standort macht unsere Schule unattraktiv.“

Statt des ungeliebten Grundstücks an der U-Bahn-Station Kieferngarten wünschen sich die Schulleiter die Unterbringung auf einer Grünfläche an der Domagk- und der Ungererstraße.

Diese Forderung unterstützte der Bezirksausschuss auch schon in der Vergangenheit mehrheitlich, das Schulreferat allerdings wies nach einer früheren Anfrage des Stadtteilgremiums darauf hin, dass man so den Anwohnern eine wichtige Grünfläche im Viertel entziehen würde. Das allerdings wollte der BA so nicht gelten lassen. Es gebe genug andere Grünflächen in der Gegend, meinte der Vorsitzende Werner Lederer-Piloty (SPD). Auf dem Grundstück beim Nordfriedhof hielten sich so gut wie nie Menschen auf, befand er.

Allerdings hat das Schulreferat noch ein weiteres Argument für den Standort am Kieferngarten: Das geplante Ausweichquartier in Fröttmaning sei durchaus längerfristig angelegt, heißt es. In Zukunft soll es auch anderen sanierungsbedürftigen Schulen im Münchner Norden als Ausweichquartier dienen. Die Nutzung des Grundstücks sei für etwa 20 Jahre geplant. Ein langfristiges Ausweichquartier sei unter Umständen an der Ungererstraße nicht machbar, das sahen auch die Stadtteilpolitiker ein.

Um der Zukunft der Schwabinger Gymnasien noch einmal genauer auf den Grund zu gehen und sich erneut für ein zentraleres Ausweichquartier einzusetzen, stimmten die Stadtteilpolitiker deshalb für einen runden Tisch mit dem Schulreferat.

Wann die Sanierung der Schulen genau beginnt, steht übrigens noch nicht fest. „Wir leben momentan mit dem Damoklesschwert der Auslagerung“, sagte Rektor Orgeldinger.

Annika Schall

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