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Nur ausnahmsweise erlaubt: Bisher wird an der Reichenbachbrücke nur an Aktionstagen wie hier 2014 beim „Big Jump“ gebadet.

Rathausentscheidung

Die Stadt will die Isar für Schwimmer öffnen

München - Fast überall in der Innenstadt ist Baden in der Isar bislang verboten. Jetzt hat die Stadt mehrere Ausnahmen geschaffen. Auch mit Booten darf man künftig weiter ins Zentrum vorstechen. Doch es gibt auch neue Verbote - ein Schilderwald droht.

Jetzt bald, hoffentlich, ist der Sommer in der Stadt. Die Massen wird es wieder an die Isar ziehen, ein kühles Bier, ein Sprung ins Wasser. Doch ist das Baden überhaupt erlaubt? In den meisten Fällen lautet die Antwort: Nein. Doch das soll sich ändern. Am Dienstag hat der Stadtrat beschlossen, an mehreren Stellen der zentralen Isar das Baden erlauben zu wollen. Und auch Kanuten dürfen in Bereiche, die bisher tabu waren: Auf dem aktuell gesperrten Bereich zwischen Flaucher und Reichenbachbrücke soll bald ganz legal gerudert werden dürfen – allerdings nicht in Schlauchbooten, und auch Gruppenfahrten von mehr als acht Booten und gewerbliche Angebote sollen nach wie vor tabu sein.

Der Stadtrat folgte damit den Vorschlägen von Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos). Jacobs lobte den Eckdatenbeschluss zur künftigen Nutzung der Isar. „München und die Isar gehören zusammen“, sagte sie. „Sie ist sowohl ein liebenswerter Erholungsraum für die Münchner als auch ein Stück unverwechselbare Natur.“ Man bringe nun „Naturschutz und Freizeitbedürfnis in Einklang“.

"Surfer müssen genauso ernst genommen werden wie Kanuten"

Stadträte von CSU und SPD lobten den Beschluss ebenfalls. Die bisherige Verordnung habe „mit der Realität an der Isar schon lange nichts mehr zu tun gehabt“, sagte SPD-Fraktionsvize Verena Dietl. Allerdings geht der Entwurf aus dem Umweltreferat der SPD noch nicht weit genug. Dietl fordert etwa, das Surfen auf der Isar an geeigneten Stellen zu legalisieren – zum Beispiel an der Wittelsbacherbrücke. „Die Surfer müssen genauso ernst genommen werden wie die Kanuten“, forderte Dietl.

Während die CSU lobt, dass Fischtreppen explizit nur für Fische da sein sollen, sieht die SPD diese Regelung kritisch. „Dass man an der Fischtreppe am Flaucher nicht baden soll, ist aus unserer Sicht kaum durchsetzbar“, sagte Verena Dietl. „Der Ort ist bei Familien wegen des seichten Wassers sehr beliebt.“

Erlaubt werden soll das Baden hingegen an verschiedenen neuen Stellen, etwa auf einem kurzen Abschnitt am Ostufer südlich der Thalkirchner Brücke, dazu kommt der östliche Isararm unterhalb der Wittelsbacherbrücke sowie der Bereich nördlich der Reichenbachbrücke. Doch es sind auch neue Verbote geplant: Zwischen Brudermühlbrücke und Braunauer Eisenbahnbrücke darf man künftig am Westufer nicht mehr baden. Umweltreferentin Jacobs richtete sich in ihren Vorschlägen danach, was die Stadt und deren Haftpflichtversicherung für vertretbar hielten.

Zur Klarheit neue Schilder

Die Regelungen werden wohl erst 2017 endgültig umgesetzt. Doch schon jetzt genehmigte der Stadtrat 150 000 Euro für die Neubeschilderung des Ufers. Laut CSU werden 530 (!) neue Schilder aufgestellt, zum Beispiel Wegweiser, Verkehrsführungszeichen, Verbots- und Gefahrenschilder sowie Informationsschilder.

CSU-Stadtrat Manuel Pretzl verteidigte, dass es noch dauert bis die Maßnahmen umgesetzt sind. „Bevor die neuen Regelungen in Kraft treten, müssen wir zur Klarheit die neuen Schilder aufstellen.“ Außerdem müssten Ein- und Ausstiegsstellen für Boote befestigt werden. „Wir bitten die Leute schon heute, sich an die Vorgaben zu halten und damit den Erholungsraum Isar für alle nutzbar zu halten“, sagte Pretzl.

Die SPD hingegen hofft auf noch weitere Neuregelungen. So will sie prüfen, ob nicht doch auch der Isar-Abschnitt zwischen Oberföhringer Wehr und Stadtgrenze zumindest zum Teil für Schwimmer und Bootsfahrer freigegeben werden kann.

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