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Schirm-Herren gegen Hass und Intoleranz: Demonstranten bei der Auftaktkundgebung zur Menschenkette auf dem Stachus.

Stadtgründungsfest & Menschenkette mit 6000

München feiert und setzt ein Zeichen

München - Das Regenwetter schreckte sie nicht: Hunderttausende Münchner waren am Wochenende in der Stadt unterwegs. Die einen feierten, die anderen kamen, um mit einer Menschenkette ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

„München jubelt“ hatte das städtische Wirtschaftsreferat als Motto für das Stadtgründungsfest 2016 ausgegeben. Rund 300 000 Menschen, so die offizielle Schätzung, folgten am Samstag und Sonntag der Einladung zum 858. Geburtstag der Landeshauptstadt. Das Programm war so bunt wie die Stadt selbst: Es gab Musik und Tanz von in München beheimateten Gruppen aus Afrika, Indonesien, Polen und Lateinamerika, und auch die Française-Tanzkurse im Alten Rathaussaal waren bestens besucht. Als am Samstagabend der Himmel seine Schleusen öffnete, erwies sich das Partyvolk als ausgesprochen wetterfest: Mit der Band „Timerunner“ rockten die Gäste am Marienplatz bis zum Schluss.

Auf dem Odeonsplatz gab es wieder das Handwerkerdorf, in dem sich vom Lehrling bis zum Meister viele Handwerker bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken ließen. Im Alten Hof machten Kinder eine Zeitreise ins Mittelalter.

Stadtgründungsfest: München bejubelt sich selbst

Polizei-Geburtstag

Die Handwerker auf dem Odeonsplatz bekamen heuer Verstärkung durch die Polizei: Mit einem Straßenfestival auf der Ludwigstraße anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Bayerische Polizei“ stellten die unterschiedlichen Verbände der Polizei ihr Leistungsspektrum vor. Rund 20 000 Besucher erlebten Vorführungen und Schau-Einsätze hautnah. Besondere Attraktion war eine große gemeinsame Rettungsübung von Münchner Polizei und Berufsfeuerwehr.

70 Jahre: So spannend war der Polizei-Geburtstag

Menschenkette

Blieb der Samstag bis in den Nachmittag hinein leidlich trocken, so grüßte der Sonntag schon morgens mit Regen. Dennoch machten sich mehr als 6000 Menschen auf, um mit einer Menschenkette durch die Innenstadt ein Zeichen gegen Hass und Rassismus zu setzen – eine beachtliche Zahl – umso mehr, als kein brandaktueller Vorfall die Menschen auf die Straße trieb.

Der Knall von Feuerwerk-Leuchtkugeln hallte über die Stadt, als sich eine erste Gruppe von Demonstranten am Gewerkschaftshaus auf den Weg zur Auftaktkundgebung am Stachus machte. „Die Guten sind die Mehrheit“, rief dort Matthias Jena, Vorsitzender des Veranstalters DGB Bayern, mit Blick auf die Hilfsbereitschaft, die gerade die Münchner Bürger Flüchtlingen und Migranten entgegenbringen. Integration sei eine große Aufgabe für die Gesellschaft, doch sie könne gelingen, wenn Menschen nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiteten, so Jena.

Sichtbares Zeichen dieses Miteinanders war eine Menschenkette, die drei Weltreligionen durch drei symbolträchtige Orte verband: Die Michaelskirche, die Israelitische Kultusgemeinde und das Münchner Forum für Islam.

Am Rande der Veranstaltung versuchten Personen aus dem rechten politischen Spektrum die Menschenkette zu stören. Sie wurden laut Polizei weggedrängt und des Platzes verwiesen.

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