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Das neue Gebühren-Modell der Stadtsparkasse sorgt für Aufregung.

Zwischenlösung für sozial Schwache

Stadtsparkasse: Jetzt kommen die neuen Konten doch

München - Die Stadtsparkasse führt zum Freitag, 1. Juli, ihre umstrittenen drei neuen Konto-Modelle erst einmal ein. Das erfuhr die tz. Wir erklären, wie es nun weitergeht.

Die Nullzinspolitik der EZB: Viele Banken schließen Filialen oder verlangen höhere Gebühren für ihre Girokonten. Auch die Stadtsparkasse hat ihr Kontogebühren-System überarbeitet – was zu heftigen Protesten bei vielen Kunden führte. OB Dieter Reiter schritt als Verwaltungsratsvorsitzender ein – und forderte die Bank auf, ein sozial gerechteres Modell zu berechnen.

Jetzt steht fest, wie es für Stadtsparkassen-Kunden weitergehen soll. Die Sparkasse führt zum Freitag, 1. Juli, ihre drei neuen Konto-Modelle erst einmal ein, wie die tz erfuhr. Jedoch hat die Bank für den Juli eine Art Bremse in ihr Modell eingebaut. Der Preis für das „Girokonto Individual“ (Grundpreis 2,95 Euro, viele Leistungen kosten extra), das die Bank vor allem sozial Schwächeren empfiehlt, ist auf 7,95 Euro gedeckelt.

OB Dieter Reiter setzt sich für sozial Schwache ein.

Damit es bei den ersten Kontoabrechnungen zu keinen „Überraschungen“ bei Kunden kommt, wie Sprecher Joachim Fröhler sagt. Wer im Juli entgegen aller Prognosen mit seinem „Girokonto Individual“ eigentlich über den 7,95 Euro gelegen hätte, wird im August von der Bank angeschrieben. Die Stadtsparkasse werde diesen Kunden empfehlen, die Pauschal-Variante des Girokontos, das „Girokonto Komfort“ (fast alles inklusive, 7,95 Euro) oder das reine Online-Konto zu wählen (4,95 Euro, ab Geldeingang von 1750 Euro kostenlos).

Sparkassen-Boss Ralf Fleischer verteidigt das Modell.

Und die sozial Schwachen? „Wir prüfen augenblicklich das Anliegen des Oberbürgermeisters in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit der Landeshauptstadt München, sozial bedürftigen Münchnern mit einer Ermäßigung für die Kontoführung entgegenzukommen“, so Fröhler. In der nächsten Verwaltungsratssitzung am 21. Juli soll der Vorschlag vorgestellt – und dann laut Fröhler „so schnell wie möglich“ umgesetzt werden.

Eins sei wichtig: Eine Lösung für sozial Schwache dürfe dadurch, dass jetzt schon die neuen Konten eingeführt werden, nicht einfach unter den Tisch fallen, sagt Finanz-Experte Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern. „Gerade mit Blick auf den öffentlichen Auftrag der Sparkasse muss eine vernünftige soziale Lösung her.“

Straub empfiehlt Sparkassen-Kunden nicht in Panik zu verfallen und abzuwarten, wie das endgültige Gebührenmodell dann aussieht. „Wer aber woanders bessere Konditionen findet, sollte die Bank wechseln – alleine, um Druck auf den Markt auszuüben.“

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