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Glücklich: Die Studentenvertreter Florian Heinritz (HM), Nora Pohle (TUM), Maximilian Frank (LMU) und Studentenwerks-Chefin Ursula Wurzer-Faßnacht (v. l.).

Studenten haben entschieden

Das Semesterticket ist gesichert

München - Ihr eindeutiges Votum beschert mehr als 120.000 Studenten in München erstmals dauerhaft die günstige MVV-Fahrkarte. Bis dahin war es ein langer Weg.

Das Semesterticket ist erwachsen geworden. Mit überwältigender Mehrheit haben die Studenten der drei großen Münchner Hochschulen ein Angebot des MVV angenommen. Damit ist die günstige Fahrkarte für mehr als 120.000 Studenten in München erstmals dauerhaft gesichert.

Hohe Beteiligung der Studenten

„So ein Ergebnis hätten wir nicht für möglich gehalten“, bekannte Nora Pohle, studentische Vertreterin der Technischen Universität München (TUM), als sie bei einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Urabstimmung präsentierte. 118.000 Studenten der drei großen Münchner Hochschulen TUM, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Hochschule München (HM) waren aufgerufen, online ihr Votum abzugeben, und schon die Beteiligung überraschte die Organisatoren: 81 Prozent der TU-Studenten machten mit, 66 Prozent an der LMU und 52 Prozent an der HM – das lag weit über dem Quorum von 25 Prozent, das die Studentenvertretungen festgelegt hatten, „um ein wirklich repräsentatives Ergebnis zu erhalten“, so Pohle.

Das Votum der Teilnehmer war eindeutig: 96 Prozent Zustimmung in der LMU, 97 Prozent bei TUM und HM. „Die überwiegende Mehrheit der Studierenden steht hinter dem Semesterticket“, jubelte Maximilian Frank von der Studierendenvertretung der LMU. Er mahnte jedoch: „Das darf nicht als Blankoscheck für weitere Preiserhöhungen verstanden werden!“

Das neue Ticket hat zwei Teile

Das Semesterticket, das nun ab dem Sommersemester 2017 gilt, hat zwei Komponenten: Einen Solidarbeitrag von 66,50 Euro je Semester zahlen alle Studenten der teilnehmenden Unis verpflichtend. Dafür dürfen sie Montag bis Freitag von 18 bis 6 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztags das Angebot des MVV im gesamten Tarifgebiet nutzen. Für einen Aufpreis von 193 Euro pro Semester erhalten sie auf Wunsch die „IsarCard Semester“ ohne Zeitbeschränkung.

Die Höhe des Solidarbeitrags war einer der Knackpunkte in den Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben gewesen. Die Betreiber, auf sichere Einnahmen bedacht, wollten den Betrag hoch ansetzen, doch die Politik half den Studentenvertretern, einen für alle tragbaren Kompromiss zu finden.

Lesen Sie hier einen Kommentar unserer Autorin Julia Anton zu den neuen Preisen beim Semesterticket

Schwerer Weg zum Studenten-Ticket

Der Weg dorthin war lang und steinig. 2004, als es in anderen Verkehrsverbünden längst ein Semesterticket gab, hatte sich der erste Arbeitskreis an der TU gebildet. Das Modell, das er mit den MVV-Gesellschaftern aushandelte, scheiterte 2009 am Veto der LMU. Ein zweiter Anlauf 2012 fand dann eine große Mehrheit an allen drei Hochschulen. Ursula Wurzer-Faßnacht, Geschäftsführerin des Studentenwerks, führt das vor allem darauf zurück, dass immer mehr Studenten ihren Campus nicht mehr im Stadtzentrum haben. Bei Fahrten nach Martinsried, Garching und Weihenstephan ist das Semesterticket unschlagbar.

2012 ließen sich die Verkehrsbetriebe aber nur für einen Probebetrieb gewinnen. Von Jahr zu Jahr wurde er verlängert, teils begleitet von heftigen Debatten. „Wir waren praktisch in Dauerverhandlungen“, erinnert sich Pohle. Zudem sei der Preis für die IsarCard Semester in den vergangenen vier Jahren um 37 Prozent gestiegen – „eine wahnsinnige Verteuerung“. Nun habe man endlich Sicherheit: Der Vertrag läuft fünf Jahre mit Option zur Verlängerung, der Preisanstieg ist an den Ausbildungstarif II gekoppelt.

Wurzer-Faßnacht dankte insbesondere OB Dieter Reiter (SPD) für seinen Einsatz. Erst mit ihm sei die Einigung möglich geworden. Doch auch von den anderen Fraktionen im Stadtrat habe man große Unterstützung erfahren. Das Semesterticket gilt für die drei großen Münchner Hochschulen sowie für sieben kleinere von der Katholischen Stiftungsfachhochschule über die Akademie der Bildenden Künste bis zur Hochschule für Angewandte Sprachen.

Pohle ist zuversichtlich, dass der politische Rückhalt langfristig besteht und das Semesterticket auch die bevorstehenden Tarifreformen überleben wird. Es könne schließlich nicht sein, sagt sie selbstbewusst, „dass eine Stadt wie München mit zwei Eliteuniversitäten in diesem Punkt hinter anderen Städten zurückbleibt.“ 

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