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MVG-Chef Norbert König lässt sich von der Politik ungern dreinreden.

Und außerdem frühmorgens

CSU fordert von MVG mehr U-Bahn-Fahrten in der Nacht

München - CSU und MVG sind zunehmend voneinander genervt. Jetzt fordert die Partei mehr U-Bahn-Fahrten in der Nacht und frühmorgens.

Im Verhältnis der CSU und der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG ist seit einiger Zeit der Wurm drin. Man ist voneinander genervt – um es vorsichtig zu formulieren. Die MVG, weil sie sich ständig mit Forderungen der CSU herumärgern muss, die sie für Unfug hält. Die CSU, weil die MVG oft bockig reagiert, wenn die Fraktion mit neuen Vorschlägen daherkommt. MVG-Boss Herbert König hatte noch nie den Ruf, vor der Politik zu katzbuckeln. Wenige Wochen vor seinem Abschied ins Rentenglück scheint sich bei ihm auch keine Altersmilde mehr einzustellen. Dem gestrigen Antrag der CSU, einen 10-Minuten-Takt im U-Bahn-Netz über die gesamte Betriebszeit vorzusehen, steht die MVG immerhin nicht ganz so ablehnend gegenüber wie der vor einer Woche ventilierten CSU-Idee, nur noch Elektrobusse in der Stadt fahren zu lassen.

Schon heute verkehren die U-Bahnen an sieben Tagen die Woche nahezu durchgängig mindestens im 10-Minuten-Takt. Lediglich in Randzeiten in der Früh und nach Mitternacht franst der Takt aus. Die CSU will dies nun ändern. Sie fordert während der kompletten Betriebszeit einen dichteren Takt. „In München leben von Jahr zu Jahr mehr Menschen. Wir müssen deshalb die Infrastruktur beherzt ausbauen. Auch das U-Bahn-Netz müssen wir so leistungsfähig machen, wie es nur geht. Dazu gehört der U-Bahn-Ausbau, den wir als CSU entschlossen angehen“, sagt 2. Bürgermeister Josef Schmid. „Dazu gehörten aber auch flächendeckende Taktverdichtungen. Deshalb ist jetzt der nächste Schritt nötig: nirgends in München darf die U-Bahn später als nach 10 Minuten kommen.“

Fraktionsvize Manuel Pretzl sekundiert und spricht von „überfüllten U-Bahn-Waggons mittags und selbst nach Mitternacht“. Die MVG müsse ihr Angebot kundenfreundlich an die stetig steigende Nachfrage anpassen. Pretzl hat die Verkehrsgesellschaft deshalb aufgefordert, dem Stadtrat ein Konzept für einen durchgängigen 10-Minuten-Takt vorzulegen.

Die MVG warnte gestern bereits vor den Folgen. Die Verkehrsgesellschaft nutzt die Nachtstunden nämlich, um Baustellen im Netz zu bedienen oder auch Überführungsfahrten durchzuführen. Hierfür sei das kleine Zeitfenster in der nächtlichen Betriebsruhe schon heute nicht mehr ausreichend, so MVG-Sprecher Matthias Korte. Eine weitere Taktverdichtung in der Früh sowie nach 0 Uhr würde die Situation „weiter erschweren und zu häufigen Einschränkungen“ führen. Er verweist zudem darauf, dass das Takt-Angebot „weitestgehend“ den Fahrgastbedürfnissen entspricht, was durch Erhebungen belegt sei. Aller Vorbehalte zum Trotz wird die MVG den CSU-Wunsch erfüllen und ein Konzept für einen durchgängigen 10-Minuten-Takt vorlegen. Auch wenn sie davon genervt ist.

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