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Das perfekte Versteck: Benedikt und Johanna haben keine Angst vor den großen Maschinen, die es auf dem ZLF zu sehen gibt – im Gegenteil.

Technik auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest

Im Luxus-Fahrzeug aufs Feld

Maschinen, die jeder Landwirt gesehen haben muss: Auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest gibt es riesige Maschinen und kleinere, bei denen es auf die inneren Werte ankommt. Ein Rundgang.

München – Technik steht auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest im Mittelpunkt. An den Traktoren, Mähdreschern und Güllefässern kommt niemand vorbei, der übers Messegelände geht. Gezählt hat die Fahrzeuge und Anhänger niemand, es dürfte laut Veranstalter aber eine hohe vierstellige Zahl sein. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Matthias Hennig vom Bayerischen Bauernverband führt zu vier Maschinen, die für jeden Landwirt interessant sind.

Los geht’s beim Allroundschlepper Case IH Luxxum. Das Besondere: Er hat nur 120 PS, aber eine Ausstattung, die sonst bei Traktoren in der 200 bis 300 PS-Klasse zu haben ist. Etwa eine gefederte Vorderachse, Feld- und Straßenautomatik, vierfach Zapfwelle und Frontlader-Joystick mit Getriebefunktion.

„Es hat immer geheißen, der Bauer will das nicht in der Klasse“, sagt Norbert Zehne von Case IH & Steyr. Dabei sei das, als würde man einen Fiat 500 ohne ABS oder Klimaautomatik anbieten. „Fakt ist aber, dass der Bauer da acht Stunden am Tag drin hockt.“ Mit dem Allroundschlepper seien kleine und mittlere Betriebe gut ausgestattet. Das hat seinen Preis: 90 000 Euro kostet der Traktor auf dem ZLF.

Getreidebauern können nicht ohne Mähdrescher arbeiten. Ein besonders großes Modell steht bei Nicklas Landtechnik. 7,6 Meter Schnittbreite hat das froschgrüne Ungetüm von John Deere, Modell T560. „Die Schnittbreiten gehen inzwischen bis zwölf Meter, das Problem ist allerdings der Transport durchs Dorf“, erklärt Martin Flohrschütz am Stand. Das Schneidewerk beim T560 wird auf dem Hänger zum Feld transportiert, dann hat das Gefährt noch einen Durchmesser von 3,49 Meter – genau so viel ist in Bayern erlaubt.

Wenn der Mähdrescher an seinem Einsatzort angekommen ist, verarbeitet er 30 Tonnen Getreide pro Stunde, also einen Lastzug. Dabei untersucht das Gerät die Menge pro Hektar und die Feuchtigkeit, damit der Landwirt den Bereich entsprechend düngen kann. 300 000 Euro kostet das gute Stück. Dafür sollte der Mähdrescher selbst fahren, mag so mancher denken. Das kann er auch. In dem gelben Knubbel am Dach des Fahrzeugs verbirgt sich die Software mit dem automatischen Lenksystem.

Das Stroh, das der Mähdrescher hinterlässt, kann mit dem Claas Rollant 620 RC zu Ballen gepresst werden. Größenmäßig wirkt der dagegen allerdings wie ein Grashüpfer. Doch das täuscht: Während andere Modelle Ballen mit einem Durchmesser von 1,25 Metern pressen, produziert der 620 RC 1,50 Meter Durchmesser.

„Das sind 40 Prozent mehr Volumen“, erklärt Vertriebsbeauftragter Hendrik Henselmeyer. Vorteil: Der Landwirt muss weniger fahren und braucht weniger Netz. Gekauft haben die 30 000 Euro teure Festkammerpresse bisher vor allem Ökobetriebe. „Der Kern ist relativ weich, die Außenhaut aber hart, dadurch können Silage, Stroh oder Heu nachtrocknen.“

Zum Abschluss fehlt noch eins für die Feldarbeit: Ein Güllefass. Frank Rosenberg, Vertriebsleiter der Bauer-Gruppe hat eins aus Polyester. „Das ist leichter als Stahl.“ Das Eckart-Güllefass Lupus 125 mit 13 100 Liter Fassungsvermögen bringt außerdem neue Technik zur bodennahen Ausbringung mit.

Die 15 Meter breiten Messerarme werden über den Boden gezogen und dadurch die Gülle auf dem Boden und nicht auf der Pflanze abgelegt. „Wenn die Gülle herausgespritzt wird, ist die Geruchsbelästigung höher und es gehen Nährstoffe verloren“, sagt Rosenberg. Die sogenannten Prallteller werden in den nächsten Jahren ohnehin verboten. Das Polyesterfass kostet übrigens 70 000 Euro. „In Oberbayern teilen sich das einige Betriebe, die Größe ist aber gang und gäbe.“

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