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Nur noch je zwei Fahrspuren, dafür eine Tramlinie: Diese Simulation zeigt die Zukunft der Fürstenrieder Straße.

Rathaus-Koalition legt Streit bei

Tram-Westtangente wird gebaut

Ein jahrelanger Streit innerhalb der Rathaus-Koalition ist beigelegt: SPD und CSU haben bei der Trambahn-Westtangente einen Kompromiss erzielt. Es fehlen nur noch letzte Details. „Wir werden das Projekt nicht scheitern lassen“, heißt es aus der CSU. Bereits im Oktober soll der Stadtrat den Beschluss fassen.

Die Kuh war mehrere Male kurz davor einzubrechen, jetzt ist sie endlich vom Eis. In einem Spitzengespräch vor den Sommerferien haben sich CSU und SPD auf den Bau der Trambahn-Westtangente geeinigt. Sie soll vom Ratzinger Platz in Sendling durch die Fürstenrieder Straße bis zum Romanplatz in Nymphenburg führen. Das mindestens 75 Millionen Euro teure Projekt war von der MVG zuletzt immer lauter eingefordert worden, um den Öffentlichen Personennahverkehr zu entlasten. Geschätzte Bauzeit: bis zu fünf Jahre.

Der Streit um die Tram-Westtangente hatte das Zeug, die Rathaus-Koalition ernsthaft zu gefährden. Im Kommunalwahlkampf 2014 hatte die SPD die Tram versprochen. Die CSU wiederum versicherte ihren Wählern, keine Variante mitzutragen, die den Autoverkehr über Gebühr belastet. Im Kooperationsvertrag einigte man sich auf die Formulierung, dass die „Leistungsfähigkeit für den Autoverkehr möglichst unangetastet“ bleiben solle.

Die Aufgabe, die der MVG damit auferlegt wurde, war nichts weniger als die Quadratur des Kreises. Denn um Platz zu schaffen für zwei neue Trambahn-Gleise mussten die MVG-Planer zwei Autospuren der Fürstenrieder Straße streichen. Aus Sicht der CSU ein Sakrileg.

Die MVG präsentierte der Koalition im vergangenen Jahr schließlich ihre aktualisierte Entwurfsplanung – aus Sicht der Verkehrsgesellschaft mit gar keinen bis minimalen Leistungseinbußen für die Autofahrer. Die SPD lobte das Werk, die CSU nannte den Plan nicht zustimmungswürdig. So gingen die Monate ins Land, ohne dass sich die Partner annäherten. Im Februar dieses Jahres platzte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) schließlich der Kragen. Er deutete an, den Beschluss im Stadtrat zum Bau der Trambahn-Trasse notfalls auch ohne die CSU herbeizuführen. Mehrheitsbeschaffer könnten die Grünen sein. Daraufhin warf CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle Reiter „Gutsherrenart“ vor. „Wir sind hier in München, nicht in Wild West.“

Die Gemüter beruhigten sich kurz darauf wieder und Reiter nahm seine Drohung zurück. In der Sache gab es aber immer noch keine Annäherung. Im Gegenteil: Noch im April rechnete die CSU in einem Brief an Reiter vor, dass die Leistungsfähigkeit für den Auto-Verkehr an 15 von 16 Streckenabschnitten beziehungsweise Knoten sinken werde mit der vorliegenden Planung. Reiter sah dies anders. „Die fachlichen Fragen sind aus meiner Sicht geklärt.“ Die MVG habe für die Trambahnstrecke einen guten Kompromiss erarbeitet, der den Pkw-Verkehr berücksichtige. Reiter forderte eine Entscheidung bis Jahresende. Das wird nach übereinstimmenden Angaben von SPD und CSU gelingen.

Vor der Sommerpause erzielten die Spitzen der Koalition nach Merkur-Informationen eine grundsätzliche Einigung. Laut Angaben eines CSU-Stadtrats habe seine Partei den Plänen zugestimmt, weil die MVG bei den Grünphasen für die Autos nachgebessert habe. Weiterer Grund sei das Koalitionsklima gewesen. „Es war mal an der Zeit, der SPD entgegenzukommen.“ Denn diese habe den CSU-Prestigeprojekten U5-Verlängerung und Landshuter-Allee-Tunnel zugestimmt. Noch sind letzte Details zu klären, „aber daran wird es nicht scheitern“, so ein CSU-Insider. Das sieht auch die SPD so. Ende des Jahres, geplant ist der Oktober, soll der Stadtrat seinen Segen geben. Das Planungsreferat arbeitet bereits an einer Stadtratsvorlage.

Die geplante Neubaustrecke führt vom Romanplatz über die Wotan-, Fürstenrieder und Boschetsrieder Straße zum Ratzingerplatz und endet am U-Bahnhof Aidenbachstraße.

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