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U5 bis Pasing: Klare Mehrheit zeichnet sich ab

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Von: Felix Müller

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Bis nach Pasing könnte die U5 verlängert werden. das Projekt ist allerdings umstritten. © Haag Klaus

München - U-Bahn-Verlängerung für über 500 Millionen: Im Stadtrat sind sowohl CSU und SPD als auch die Grünen trotz Kostenexplosion für die neue Trasse vom Laimer Platz nach Pasing.

Die Mitteilung war wenige Zeilen lang. Der OB habe die Verwaltung beauftragt, die Planungen vor der Sommerpause in den Stadtrat zu bringen, hieß es. Ganz am Ende fiel fast beiläufig die „vorläufige Kostenschätzung“. Das Baureferat, schrieb das Büro von OB Reiter, gehe von „einer Gesamtsumme von weit über 500 Millionen Euro“ aus.

500 Millionen, für die 3,7 Kilometer lange U-Bahn-Trasse vom Laimer Platz zum Pasinger Bahnhof? Die alte Schätzung war von 350 Millionen Euro ausgegangen. Dieter Reiter teilte trotzdem mit, er gehe von einer „breiten Unterstützung im Münchner Stadtrat“ aus – und auch die CSU betont auf Nachfrage, sie stehe nach wie vor fest hinter dem Projekt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und auch Fahrgastverbände hatten die neue Trasse stets als zu teuer und nicht sinnvoll kritisiert.

Wird dann sogar noch bis Freiham verlängert?

Bürgermeister Josef Schmid, CSU, betonte, die ursprünglichen Planungen seien ja schon viele Jahre alt. Nun habe das Baureferat eine viel detailiertere Planung vorgelegt. „Jetzt sind es Kosten, mit denen man realistisch planen kann.“ Die CSU wünscht sich, dass die U-Bahn eines Tages weiter bis Freiham verlängert wird. Dafür sollen schon die Voraussetzungen geschaffen werden mit der Röhre, die nun unter dem Pasinger Bahnhof endet. Dass die Strecke oberirdisch im Pasinger Bahnhof endetn könnte, wird nicht mehr diskutiert.

Die MVG hatte die Idee einer U-Bahn bis Pasing stets abgelehnt. Zahlen würden zeigen, dass das nicht wirtschaftlich genug sei. Dieses Argument will die CSU nicht gelten lassen. „Wir brauchen große Infrastruktur-Maßnahmen“, sagte Josef Schmid. Der verkehrspolitische Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, Michael Kuffer, sagte: „Wir sehen das langfristig. Es handelt sich um ein Projekt, das in 20 Jahren voll zum Tragen kommen wird.“

Kritiker: "Sinnloses Prestigeobjekt"

Das glauben die Kritiker des Projekts nicht. Zum Beispiel die Aktion Münchner Fahrgäste. Ihr Sprecher Andreas Nagel sagte, es handele sich offensichtlich um ein „sinnloses Prestigeobjekt, das man ohne Sinn und Verstand durchsetzen will“. Der U-Bahn-Abschnitt werde „niemals so viele Leute anziehen, dass die Nebenkosten im Betrieb gedeckt werden können“. Mehr U-Bahnen brauche man „im Zentrum, nicht in der Peripherie“. Nagels Verband schlägt als Alternative für die chronisch unzuverlässige S-Bahn-Stammstrecke vor, im Störungsfall Züge vom Bahnhof Pasing über ein anderes Gleis in den oberirdischen Hauptbahnhof einfahren zu lassen. Von dort besteht mit der U5 wiederum Anschluss zum Ostbahnhof.

Nagel nannte die mehr als 500 Millionen Euro für die Strecke vom Laimer Platz nach Pasing einen „realistischen Wert“. Vollkommen unrealistisch sei hingegen die Vorstellung gewesen, man könne die Trasse für 350 Millionen Euro bauen.

Aus der Rathaus-Opposition gibt es Unterstützung für die schwarz-roten Pläne. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Paul Bickelbacher, will dem Vorschlag zustimmen. „Im Großen und Ganzen ist es ein Projekt, das Sinn macht“, sagte er. Und konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf die Koalition doch nicht verkneifen: „Um jeden Preis bauen zu wollen, ist aber doch ein bisschen zu einfach.“

Felix Müller

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