Diese traurigen Nachrichten haben Studenten an der Ladentür der Buchhandlung hinterlassen. Foto: FKN

Uni-Buchhandlung Frank ist Geschichte

München - Der Insolvenzverwalter hat keinen Investor gefunden. Das Traditionsgeschäft an der Uni ist endgültig dicht.

Ein schlichter Computerausdruck an der Tür der Universitätsbuchhandlung Heinrich Frank gibt Auskunft über ihr Schicksal: „Wegen Geschäftsaufgabe geschlossen“. Anfang Oktober musste die Institution in der Maxvorstadt dichtmachen, nachdem Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann vergeblich versucht hatte, einen neuen Investor für den alteingesessenen Laden zu finden. Vor einigen Wochen hatten enttäuschte Studenten ihre Hilferufe außen an die Fenster der Buchhandlung geklebt: „Wann öffnet unser Büchermekka wieder die Pforten??“ „C’est horrible“, „Nein!! Wir brauchen doch euer Reclamregal!!“ Nun werden sie ihre Bücher woanders kaufen müssen.

„Das Renommee des Betriebs hatte mich eigentlich positiv gestimmt“, sagt Pohlmann. „Ich hatte die Hoffnung, dass sich ein Investor findet.“ Am Ende habe ihn aber die Realität eingeholt. „Beinahe unisono kam die Antwort, dass momentan kein Interesse an Ladenlokalen für Buchhandlungen besteht - egal wie attraktiv der Standort ist.“

Die Buchhandlung Frank, eröffnet 1879, liegt mitten im wuseligen Univiertel. Aufgrund seiner jüngsten Erfahrungen glaubt Insolvenzverwalter Pohlmann, dass momentan die Ängste zu groß seien, in einem „marktgesättigten“ Umfeld einen Buchhandel zu betreiben. Am Ende gab es noch zwei Interessenten, die dann beide absprangen. Der bisherige Besitzer, Martin von Rudloff, sei altersbedingt nicht mehr bereit gewesen, den Betrieb weiterzuführen, sagt Rolf Pohlmann.

In den Schaufenstern der Buchhandlung liegen noch Einführungen zu Nietzsche und Kant, auch in den Regalen im Laden stehen noch Bücher. Die Uni-Buchhandlung war vor allem bekannt für ihre „Librairie française“ im ersten Stock, die ein großes Angebot an französischer Literatur bereithielt, für Romanisten ein Glücksfall. Das Geschäft führte auch Spezialliteratur wie etwa Werke von weniger bekannten Theoretikern.

Im Laufe der Monate vor der Insolvenz wurde das Sortiment jedoch immer dünner, aktuelle Titel fehlten, die Kundschaft blieb aus. Von Rudloff war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, er beantragte im Sommer die Insolvenz. „In dem Geschäft besteht erheblicher Investitionsbedarf“, erklärt Rolf Pohlmann. „Die Ausstattung ist veraltet, man müsste das verstaubte Image grundlegend modernisieren.“ Zunächst konnte der Betrieb weiterlaufen. Pohlmann nahm Kontakt zu Lieferanten auf, die nicht mehr bezahlt werden konnten, und kümmerte sich um die Sicherung der Löhne. Am 1. Oktober wurde dann das Insolvenzverfahren eröffnet, kurz darauf kam die Schließung.

Was nun aus dem Geschäft werden soll, ist offen. Die Mieträume gehören wieder der Ludwig-Maximilians-Universität. Insolvenzverwalter Pohlmann kann sich gut vorstellen, „dass ein Café oder ein Imbiss dort reinkommt“. Eine Wiedereröffnung als Buchhandlung hält er hingegen für unwahrscheinlich. Ein Sprecher der LMU teilte mit, derzeit werde geprüft, was mit den Räumen geschehen soll. Eine Entscheidung könnte Mitte 2013 fallen.

Michaela Kakuk

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