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Hat den Kulturstrand heuer nicht bekommen: Urbanaut Benjamin David will nun vor Gericht ziehen.

Gegen die Stadt

Streit um Kulturstrand: Urbanauten wollen klagen

Die „Urbanauten“ machen ernst – sie wollen gegen die Vergabe des Kulturstrands klagen. Wie berichtet, hatten die Urbanauten erstmals nicht den Zuschlag für das Event bekommen. Sie sprechen von erheblichen Fehlern im Verfahren. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) steht zu seiner Entscheidung.

Das Verfahren ist beendet, die Entscheidung ist gefallen und die Bescheide wurden verschickt – und doch geht das Tauziehen um den „Kulturstrand 2016“ weiter. Die Urbanauten, die den Kulturstrand vor Jahren ins Leben gerufen haben, wollen die Entscheidung nicht hinnehmen. Wie berichtet, hatten nicht sie, sondern der Veranstalter „Urban League“ von Zerah Spindler und Dierk Beyer heuer die städtische Ausschreibung für das Event am Vater-Rhein-Brunnen gewonnen.

Urbanauten-Chef Benjamin David will nun beim Verwaltungsgericht München Klage einreichen. David drängt auf einen Kompromiss. „Laut dem Kreisverwaltungsreferat kann erst über einen möglichen Kompromiss verhandelt werden, wenn wir den einstweiligen Rechtsschutz beantragt haben“, sagt David. Wie ein Kompromiss genau aussehen könnte, wollte er auf Nachfrage nicht konkretisieren. Klar ist aber, dass David wieder ins Boot will, in welcher Form auch immer.

"Offenes Verfahren war bewusste Entscheidung des Stadtrates"

Als Grundlage für die Klage sieht David „erhebliche Fehler zu Ungunsten der Urbanauten, insbesondere bei der Durchführung des Vergabeverfahrens und der Punktevergabe“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Am Wochenende hätten die Urbanauten Akteneinsicht genommen und seien zu dem Ergebnis gekommen, dass es bei der Entscheidung nicht mit rechten Dingen zugegangen sei.

Beim KVR sieht man das anders. „Urban League hat anhand der Punktevergabe den Zuschlag bekommen“, sagt KVR-Sprecherin Daniela Schlegel. Die Entscheidung liege auch nicht beim KVR selbst, stattdessen würden von unterschiedlichen Fachdienststellen Punkte vergeben. Die endgültige Punktzahl sei eine gesamtstädtische Benotung, erklärt Schlegel. Und nach der seien die Urbanauten dieses Jahr unterlegen.

Eine Entscheidung, die für die Betreiber scheinbar überraschend kam. In ihrer Mitteilung vom Mittwoch schreiben die Urbanauten, dass die Ablehnung nur zwei Tage vor der geplanten Eröffnung am 12. Mai gekommen sei. Man habe bereits im Februar mit den Planungen begonnen, das habe auch das KVR gewusst.

Sprecherin Daniela Schlegel hält dieses Argument für nicht griffig. „Herr David wusste, dass es sich um ein offenes Vergabeverfahren handelt. Das offene Verfahren war eine bewusste Entscheidung des Stadtrates.“ Jedes Jahr werde sowohl über Veranstaltungsort als auch den Veranstalter neu entschieden.

Urbanauten wollen die Oberhand behalten

„Ein so komplexes Ausschreibungsverfahren macht keinen Sinn“, findet David. Schließlich handle es sich beim Kulturstrand um ein nicht-gewinnorientiertes und nicht-kommerzielles Projekt. Den Urbanauten geht es nicht nur um die Vergabe 2016. Sie fordern für die nächsten zehn Jahre eine Planungssicherheit für den Kulturstrand. Mitmachen dürfe natürlich jeder. Nur die Oberhand wollen sie gerne selbst behalten. 

„Wir würden uns auch freuen, wenn eine Zehra Spindler ein Kulturprojekt bei uns machen würde“, sagt David. Die freilich ist im Moment Herrin des ganzen Events. KVR-Sprecherin Schlegel hofft nun auf eine schnelle Entscheidung des Amtsgerichts. „Es wäre für die Münchner sehr schade, wenn der Kulturstrand deswegen nur verspätet oder gar nicht eröffnen könnte.“

Lisa-Marie Birnbeck

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