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Urteil gegen Rocker: "Black Jackets" müssen in den Knast

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München - Mitglieder der Straßengang sind verurteilt worden – sie versuchten, im Drogen- und Türstehergeschäft Fuß zu fassen

Seit etwas zwei Jahren ist es in der Münchner Rocker-Szene unruhig. Die Straßengang „Black Jackets“, die sich 1985 in Baden-Württemberg gegründet hat, versucht, in München Fuß zu fassen. Die Polizei befürchtet einerseits einen Bandenkrieg mit den „Hells Angels“, andererseits hat die Gang einen ausgeprägten kriminellen Hintergrund. Zweimal stürmte ein Einsatzkommando deshalb 2013 und 2014 das Clubhaus der Rocker, eine Shisha-Lounge in der Lindwurmstraße. Neun Mitglieder wurden damals verhaftet. Jetzt standen vier von ihnen vor Gericht – und wurden wegen Drogen-, Waffen- und Gewaltdelikten zu Haftstrafen zwischen drei und knapp acht Jahren verurteilt.

Es ist nicht die Tatsache an sich, dass sich zu den Rockergruppierungen in München eine neue gesellt hat. Die „Black Jackets“ haben sich ein Ziel in den Kopf gesetzt: Sie wollen eine Vormachtstellung erreichen, was das Münchner Drogen- und Türstehergeschäft angeht. Jedenfalls hat die Münchner Polizei darauf Hinweise.

Es ist November 2013, nur wenige Monate, nachdem die Straßengang nach München gekommen ist: Die „Black Jackets“ sollen einen Überfall auf Türsteher einer Diskothek nahe der Kultfabrik am Ostbahnhof geplant haben. Noch bevor es dazu kommen konnte, schlug die Polizei mit einer Razzia dazwischen. Sie stürmten die Shisha-Bar „Lounge 62“ in der Lindwurmstraße, die als Clubhaus der Straßengang gilt. 16 Bandenmitglieder waren an diesem Abend in der Lounge versammelt, außerdem fanden die Polizisten einen Baseball-Schläger und 20 Ampullen Anabolika.

Doch es bleibt nicht dabei. Rund drei Monate später, im Februar 2014, kommt es zu einer Groß-Razzia, bei der 160 Beamte sowie Spezialeinheiten das Clublokal erneut stürmen, außerdem zwölf Wohnungen der Bandenmitglieder. Die Polizisten stellen unter anderem Schlagstöcke sicher, Elektoschocker, 1,5 Kilo Marihuana und 135 Gramm Kokain. Neun Mitglieder werden festgenommen, darunter auch der damals 24-jährige Präsident der überwiegend türkischstämmigen Gang.

Nun ergingen nach neun Verhandlungstagen die Urteile gegen die vier „Black Jackets“. Die Haftstrafen liegen zwischen drei Jahren und sieben Jahren plus zehn Monate. Die Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafen gefordert, die Verteidung mildere. Rechtskräftig sind die Urteile noch nicht.  

fra

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