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Setzte sich durch: Gudrun Lux folgt als Münchner Grünen-Chefin auf Heidi Schiller.

Vorstandswahlen

Die Grünen haben schon wieder eine Neue

München - Die Münchner Grünen haben eine neue Vorsitzende: Favoritin Gudrun Lux, 36, setzte sich knapp gegen Henrike Hahn durch. Sie selbst spricht von einem „guten Ergebnis“ – und davon, die Partei als Teamplayerin führen zu wollen.

Der Terminkalender eines Managers zum Gehalt eines Praktikanten – so hat Ex-Grünen-Chef Sebastian Weisenburger einmal die Aufgabe als Stadt-Vorsitzender seiner Partei beschrieben. So gesehen sind die Szenen vom Parteitag am Montagabend im Kolpinghaus in Gern durchaus überraschend: Denn hier nimmt eine hörbar melancholische Heidi Schiller Abschied vom Amt. Und zwei grüne Frauen bewerben sich sehr ernsthaft und engagiert um ihre Nachfolge.

Doch erst einmal steht das Abschiednehmen im Vordergrund. Und wie das so ist, wenn man bewusst und freiwillig geht, weil neue Aufgaben auf einen warten, hadert Heidi Schiller nicht mit ihrer Entscheidung, schaut aber doch ziemlich traurig aus der Wäsche. Schiller, 45, hat den Stadt-Vorsitz erst vor eineinhalb Jahren übernommen. Jetzt hört sie auf, weil es sie beruflich in den Senegal zieht. „Eigentlich war meine Zeit zu kurz, um bleibende Spuren zu hinterlassen“, sagt Schiller nachdenklich. Natürlich hätte sie lieber „das Eine oder Andere noch zu Ende gebracht“. Aber: „So ist das im Leben. Manches hat eben seinen Preis.“

Die Grünen haben traditionell eine Mann-Frau-Doppelspitze. Der Mann, Beppo Brem, bleibt bis 2017 im Amt. Die spannende Frage am Montagabend: Wer steht ihm künftig zur Seite? Die Konstellation ist durchaus interessant: Da ist Gudrun Lux, 36, die als Favoritin gilt. Weil sie mit Stadtrats-Fraktionschef Florian Roth verheiratet ist, fürchtet innerparteilich aber mancher ein „Macht-Kartell am Küchentisch“, die Partei legt traditionell Wert auf ihre Unabhängigkeit von den Parteifreunden im Rathaus. Lux selbst schneidet das Thema in ihrer Rede an. „Ich trete an als Vorsitzende, nicht als Stadtrats-Gattin“, ruft sie. Und wirbt für sich als eine Partei-Managerin, dafür, in der Öffentlichkeitsarbeit „ein paar Schippen draufzulegen“, verspricht einen fairen, transparenten Umgang, wird auch mal etwas zu akademisch („aufstehen gegen das Konzept gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit!“).

Ihre Herausfordererin Henrike Hahn, 46, hält eine kämpferische, inhaltliche Rede. Sie hat sich Slogans zurechtgelegt („Blütenstaub statt Feinstaub!“), sagt, sie wolle „immer mit Biss, gerne frech“ arbeiten. Am Ende holt sie einen Achtungserfolg: 58 Stimmen, auf Lux entfallen 66.

In Parteikreisen wird betont, es habe sich um keinen inhaltlichen Flügelkampf gehandelt. Lux wird durchaus zugetraut, den Stadtverband in die Bundestags- und Landtagswahlkämpfe der kommenden beiden Jahre zu führen. „Sie hat etwas Bodenständiges, ist aber auch ein Profi“, fasst ein Grünen-Insider ihr Image in der Partei zusammen.

Lesen Sie hier einen Kommentar zur Vorstandswahl von Merkur-Redakteur Felix Müller. 

Lux selbst steht fünf Minuten nach ihrer Wahl im Foyer des Kolpinghauses, sie hat ein Weißbier in der Hand. „Ein gutes Ergebnis“ sei das, sagt sie, sie habe eine starke Gegenkandidatin gehabt. Das Amt wolle sie gerne länger ausüben, jetzt werde sie die Aufgaben im Team angehen. „Verkehrspolitik, Umweltpolitik, Klimaschutz“ nennt sie als ihre inhaltlichen Schwerpunkte. Einen vollen Terminkalender dürfte Gudrun Lux auf jeden Fall bekommen.

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