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Warum Fußball-Fans mit Flüchtlingen kicken

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Von: Felix Müller

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München - Am Sonntag kicken Fußball-Fans und Flüchtlinge bei einem Turnier in Trudering miteinander. Wir haben einen Mit-Organisator gefragt, wie das ungewöhnliche Turnier zustande kam - und, welche Aufgabe Jimmy Hartwig übernimmt.

Organisiert vom Eintracht-Frankfurt-Fanclub „Adler München“ kicken am Sonntag ab 10 Uhr Fans mehrerer Vereine und minderjährige Flüchtlinge auf der Bezirkssportanlage an der Heinrich-Wieland-Straße 100 in Trudering. Wir haben Mit-Organisator Thomas Schmidt gefragt, was er sich von dem Turnier erwartet – und, welche Aufgabe Jimmy Hartwig übernimmt.

Herr Schmidt, normalerweise treffen sich die Fanclubs in Kneipen. Wie schwer war es, die Fans zu überzeugen, die Kneipen zu verlassen?

Wir haben glücklicherweise Sommerpause. Das hat den Vorteil, dass man ein bisschen vom Bundesliga-Wahnsinn runterkommt, der immer viel Zeit und Energie kostet. Eine wunderbare Gelegenheit, auch mal etwas außerhalb der Kneipe auf die Beine zu stellen. Wir sind übrigens sowieso in der Lage, Kneipen zu verlassen – wir gehen ja auch ins Stadion.

Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Mit welcher Idee habt ihr die Fans überzeugt?

Es ist durchaus möglich, leidenschaftlicher Fußball-Fan zu sein und sich trotzdem nicht die ganze Zeit nur zu raufen und zuzuschütten. Wir hatten einfach Bock, etwas Gutes zu tun. Spätestens als der unerträgliche Pegida-Mist auch im reichen München losging, hatten wir das Bedürfnis, einen Kontrapunkt zu setzen. Und wie sollte das besser gehen als beim Fußball?

Wenn Sie „Hintermann“ rufen, wird das nicht jeder verstehen. Wie verständigen Sie sich mit den Flüchtlingen?

Das wird sich auf dem Platz zeigen. Aber ich glaube, die Fußball-Sprache versteht jeder auf der Welt. Die zehn Mannschaften sind durchmischte Teams. Die Hälfe besteht immer aus unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und die andere Hälfte aus Fans verschiedener Clubs wie dem HSV oder 1860.

Warum dieses Konzept?

Die Idee ist, mit einer solchen Aktion Hemmschwellen abzubauen, dass man sich kennenlernt, den Jungs das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Wir wollen zusammenspielen, gemeinsam etwas unternehmen. Deutsche gegen Ausländer wäre ja wirklich ein Quatsch gewesen.

Einen prominenten Namen haben Sie auch gewonnen

...

Wir haben Fußball-Legende Jimmy Hartwig am Start!

Was ist seine Aufgabe?

Er wird das Finale live kommentieren, zusammen mit BR-Radio-Mann Matthias Kammel. Wer braucht da schon Netzer und Delling?

Interview: Felix Müller

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