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Kioskbesitzer Vereses will die Toiletten renoviert haben.

Uns stinkt's

Wegen Wildbieslern: Dicke Luft am Königsplatz und in Neuaubing

München - München gilt als eine der saubersten Städte der Welt – so mancher Besucher blickt da schon neidisch auf die geschleckten Straßen und Parks. Doch nicht überall: Am Königsplatz und am Neuaubinger Bahnhof etwa gibt es Stunk wegen Wildbieslern. München stinkt’s!

Die Häuser rund um den Königsplatz gehören zu den international führenden Museen für antike Kunst. 2015 verzeichnete die Staatliche Antikensammlungen 68.000 Besucher. Die Glyptothek haben sich sogar über 150.000 Menschen angeschaut. Ein Aushängeschild der Stadt!

Doch das, was vor der Glyptothek teilweise passiert, will niemand sehen. „Unhaltbare Zustände!“, schimpft Stadtrat Michael Mattar (FDP). Wildbiesler, Dreck, Betrunkene, Feierwütige – Mattar reicht es. „Es ist eine Verschmutzung festzustellen, die beispiellos gerade für diesen besonderen Ort ist. Zudem halten sich regelmäßig immer mehr Betrunkene und bis in die tiefe Nacht laut krakelende Menschen im Umfeld auf.“ Doch damit nicht genug: „Auch zur Übernachtung wird der Bereich um die Glyptothek genutzt, wobei im Gebüsch uriniert und die Notdurft verrichtet wird.“

Der FDP-Politiker fordert daher deutlich mehr Kontrollen. In einem Antrag an OB Dieter Reiter fragt der Liberale, wer für den Platz zuständig ist. Sollte es nicht die Stadt sein, sondern der Freistaat, soll die Verwaltung eben auf diesen einwirken, um die Zustände rund um den Königsplatz zu verbessern. „Mit regelmäßigen Kontrollen ließe sich diese Form des Lagerns auf öffentlichen Plätzen verhindern, zumal es sich weitgehend um dieselben Personen handelt.“

Keine Toiletten am Bahnhof

Georgios Vereses (55) stinkt es gewaltig! Seit anderthalb Jahren hat er den kleinen Kiosk direkt am Neuaubinger S-Bahnhof. Er ist hier in der Nähe aufgewachsen. Die Leute grüßen ihn, er kennt fast jeden beim Namen. Jetzt hat er hier eben einen Kiosk. In seinem Viertel. Es könnte alles so schön sein – wenn da nicht das Biesel-Problem wäre!

„Ich schäme mich für den Gestank!“, sagt er, und sein Blick funkelt. Die Fahrgäste verrichten nämlich ihre Notdurft in den nahegelegenen Büschen oder zu später Stunde auch direkt am Bahnhof. „Im Sommer stinkt es hier gewaltig!“, sagt Georgios.

Es gibt keine Toiletten am Bahnhof. Na ja, also eigentlich gibt es schon welche. Eine Toilette für die Damen und eine für die Herren. Das Blöde daran ist, dass die Toiletten zugesperrt sind. Den Schlüssel hat leider nicht Georgios, sondern die Bahn. Die will den Schlüssel aber nicht so leicht herausrücken. Und das, obwohl Georgios der Bahn angeboten hat, sich um den kompletten Unterhalt der Sanitäranlagen zu kümmern. Die Situation ist für ihn untragbar. 500 Unterschriften hat er deswegen schon gesammelt.

Die Bahn sieht sich nicht in der Verantwortung, will nicht sanieren, weil’s ihr zu teuer ist – und verweist auf die Gemeinde. Zudem seien die Toiletten durch Vandalismus „komplett zerstört“, sagt die Bahn.

Das WC-Problem ist der Stadt bewusst. Kurz vor der Sommerpause wurde im Stadtrat über öffentliche Toiletten diskutiert (tz berichtete). Auch sie sieht in Neuaubing eine Kosten-Nutzen-Schere. „Eine Renovierung steht nicht im Verhältnis zu dem Fahrgastaufkommen“, so Sebastian Kriesl vom Bezirksausschuss. Es würde wohl einige zehntausend Euro kosten.

Zu viel für die Stadt – aber auch für den Kioskbetreiber. Er wird wohl in Zukunft Dixi-Klos aufstellen müssen. „Das ist doch auch keine Lösung!“, sagt er empört. Aber wenn es sein muss.

Florian Fussek, Sascha Karowski

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