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Im Deutschen Museum wird lebhaft über die Zukunft unseres Planeten diskutiert. 

Diskussion im Deutschen Museum

Zukunftskongress 2030: So retten wir die Welt!

München - Wie wird unsere Welt 2030 aussehen? Darüber sorgen sich nicht nur viele Umweltaktivisten. Beim Zukunftskongress im Deutschen Museum geht es um genau dieses Thema.

Deutsche Politiker gebrauchen selten drastische Worte, Gerd Müller tat es am Donnerstag trotzdem: "Wenn wir so weiterleben wie bisher", hob der Entwicklungsminister beim Zukunftskongress 2030 an, "dann führen wir unseren Planeten an den Rand des Abgrunds." Und: "Es geht ums Überleben!"

Peter Altmaier.

Denker und Macher aus aller Welt haben im Deutschen Museum über Ideen und praktische Schritte hin zu einer nachhaltigen und gerechten Welt diskutiert. Motto: "Unsere Welt 2030 - Aus der Zukunft lernen!" Hunger, Krankheit, Flucht, Raubbau, Bevölkerungsexplosion - für die Probleme lägen bereits Lösungen vor, betonte Minister Müller. "Jetzt muss das Geld her." Er kündigte einen "Marshall-Plan für Afrika" sowie eine Erhöhung des deutschen Beitrags zum Globalen Fond an, der Aids, Tuberkulose und Malaria bekämpft.

Bono und Merkel melden sich per Videobotschaft

U2-Sänger und Aktivist Bono sendete ein paar Worte per Videobotschaft, ebenso Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Kongress sendet laut Merkel "ein weithin sichtbares Signal" in Sachen Nachhaltigkeit. Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts, sprach persönlich. Entwicklungsminister Müller bezeichnete er als "Zukunftsminister", die anwesenden Weltverbesserer seien demnach dessen "Zukunftsministerium."

Und der "Zukunftsminister" machte gegen Ende seiner Rede ein weiteres Mal deutlich: "Alle Menschen auf der Welt wollen so leben, wie wir hier in München, in Deutschland." Müller weiter: "Wenn das so wäre, bräuchten wir aber schon heute drei Planeten!" Lösungen seien gefragt. Die tz hat die Aktivisten gefragt: Was muss passieren?

Umfrage unter Aktivisten

"Ich fürchte, dass wir die Welt bis 2030 noch nicht umkrempeln können. Aber wir müssen jetzt tätig werden! Mein Anliegen ist es, den Plastikmüll in den Meeren zu reduzieren. Ganz konkretes Beispiel: Wie viele Menschen verwenden Plastikkapseln für ihren Kaffee? Niemand denkt beim Kauf darüber nach, wie viel Müll er so produziert. Das muss sich ändern!

Barbara Meier (30), Model und Umweltaktivistin

"Wir bekämpfen sie: die Mücke. Sie überträgt Malaria, Zika oder Dengue. Mithilfe unserer Drohnen setzen wir in Risikogebieten männliche Mücken aus, welche die Atomenergie-Organisation im Labor sterilisiert hat. Die Mücken paaren sich, Larven bleiben aber aus. Die Population wird deutlich eingedämmt. Das Risiko, von einem infizierten Mücken-Weibchen gestochen zu werden, fällt."

Andrea Müller und Marius Schröder von Spectair Group

"Wasser ist knapp - und oft kontaminiert. Wir wollen bis 2030 etwa 5000 solarbetriebene Wasser-Automaten in Indien und Bangladesch aufstellen, wo Dorfbewohner rund um die Uhr günstig Wasser kaufen können. Für den Betrieb der Kästen, die wie Bankautomaten aussehen und bargeldlos funktionieren, sind die Dorfbewohner selbst zuständig. Das schafft Arbeitsplätze und Einkommen."

Minhaj Chowdhury (27), CEO von Drink Well System

"Meine Welt 2030? Eine Welt ohne ­Informationsarmut! Jeder Mensch muss Zugang zu Informationen haben, das Wissen der Welt abschöpfen! Alle müssen vernetzt sein. Eine Grundvoraussetzung dafür ist Bildung für jedermann! Ob so eine Welt möglich ist? Ich bin zuversichtlich, ich muss optimistisch sein! Ein Zukunftskongress kann Menschen vernetzen, Wege aufzeigen und Türen öffnen."

Juliana Rotich, Technologie-Pionierin

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