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Die Wahlkreise und die Kandidaten: Im Münchner Norden sucht die CSU noch einen Kandidaten.

Wer 2017 antritt

Bundestagswahl: Fast alle Münchner Kandidaten stehen fest

Das Kandidaten-Karussell der drei größten Parteien für die Bundestagswahl 2017 ist nahezu komplett - nur bei der CSU fehlt noch einer.

CSU, SPD und Grüne waren 2013 die stimmenstärksten Parteien in München. Nun haben sie ihre Kandidatenriege für die Bundestagswahl 2017 fast komplett. Nur bei der CSU fehlt noch der Kandidat für den umkämpften Wahlkreis Nord. Dieser soll am 9. November gekürt werden. Es dürfte zu einer spannenden Kampfabstimmung zwischen mehreren Bewerbern kommen, nachdem Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer nicht mehr antritt. Zu den Interessenten zählen unter anderem Julia Obermeier (31) und Bernd Fabritius (51). Beide sitzen bereits im Bundestag, stehen aber bislang ohne eigenen Wahlkreis da.

München Nord: Der umkämpfte Wahlkreis

Bei der Bundestagswahl 2013 gewann die CSU alle vier Münchner Direktmandate. Im Norden siegte Singhammer mit zwölf Prozentpunkten Abstand auf Florian Post von der SPD. Die Sozialdemokraten rechnen sich dieses Mal bessere Chancen aus, wenn die CSU mit einem neuen, eher unbekannten Kandidaten antritt. Der Wahlkreis Nord war in der Vergangenheit traditionell hart umkämpft zwischen CSU und SPD. Für die Grünen tritt im Norden erneut die Bundestagsabgeordnete Doris Wagner an. Sie kam 2013 auf 10,3 Prozent der Stimmen.

Das sind die Kandidaten im Wahlkreis West-Mitte

Im Wahlkreis West-Mitte holte Dieter Janecek damals für die Grünen ein respektables Ergebnis von 13,1 Prozent. Janecek wurde zu Beginn der Woche wieder nominiert. Er konnte in den vergangenen drei Jahren als wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion an Profil gewinnen. Die Münchner Grünen bezeichnen ihn als „Zugpferd“. Bei der CSU tritt der 29-jährige Arzt Stephan Pilsinger die Nachfolge von Hans-Peter Uhl im Wahlkreis West-Mitte an. Der holte vor drei Jahren 42,6 Prozent der Stimmen, Roland Fischer von der SPD 28,6 Prozent. Pilsinger unterstützt den liberalen Großstadt-Kurs des zweiten Bürgermeisters Josef Schmid und will sich in Berlin um die Gesundheitspolitik kümmern. Anstelle von Fischer schicken die Sozialdemokraten diesmal den promovierten Kommunikationswissenschaftler Bernhard Goodwin ins Rennen. Der 37-Jährige ist Angestellter der LMU und Sprecher der Münchner SPD.

München Ost: Margarete Bause tritt für die Grünen an

Im Osten tritt für die CSU erneut Wolfgang Stefinger an, für die SPD abermals die Münchner Parteichefin Claudia Tausend. Stefinger hatte 2013 mit einem Stimmenanteil von 44,6 Prozent einen relativ klaren Vorsprung auf die SPD-Bewerberin (28,7 Prozent). Die Grünen können diesmal mit einer prominenten Kandidatin im Osten aufwarten: Die Fraktionsvorsitzende im Landtag, Margarete Bause, bewirbt sich um das Direktmandat und löst die Haidhauserin Ulrike Goldstein ab.

Nachfolgeprobleme im Münchner Süden

Im Süden musste die CSU das Nachfolgeproblem für Peter Gauweiler lösen, der im März 2015 sein Mandat niedergelegt hat. Das Rennen machte der Stadtrat Michael Kuffer – wie Gauweiler ist er von Beruf Anwalt. Bei der SPD tritt mit Sebastian Roloff, der mal dem Bundesvorstand der Jusos angehörte, ebenfalls ein Rechtsanwalt an. Die Grünen nominierten Peter Heilrath, der im Landesverband für Europa-Themen zuständig ist – auch er ein Jurist.

Die Kandidaten von Linke, FDP und AfD

Derzeit wird der Alternative für Deutschland (AfD) ein Ergebnis zugetraut, das sie zur viertstärksten Kraft bei den Bundestagswahlen machen könnte. Zum Vergleich: Die Grünen erreichten 2013 bei den Zweitstimmen 14,1 Prozent, die SPD 23,9 und die CSU 37,8 Prozent. Die AfD hat indes erst einen Kandidaten nominiert: Im Osten tritt der dortige Kreisvorsitzende Wilfried Biedermann an. Die übrigen drei Bewerber werden im November/Dezember nominiert.

FDP und Linke waren 2013 bei den Erststimmen unter fünf Prozent geblieben. Während die FDP den Einzug in den Bundestag verfehlte, haben die Linken mit Nicole Gohlke eine Münchner Bundestagsabgeordnete. Die 40-jährige Bildungspolitikerin sitzt bereits die zweite Legislaturperiode im Bundestag. Sie kandidiert wieder im Süden, die übrigen Bewerber der Linken sollen im Dezember und Januar nominiert werden.

Die FDP erreichte 2013 in München zumindest bei den Zweitstimmen immerhin 7,7 Prozent. Die Liberalen haben im Süden mit dem ehemaligen Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger einen prominenten Kandidaten. Im Norden tritt der Generalsekretär der bayerischen FDP, Daniel Föst, an. Er soll auch die Landesliste anführen. Im Osten stellt sich der Kreisvorsitzende Manfred Krönauer zur Wahl, im Kreis West-Mitte der Vorsitzende der Jungen Liberalen Bayern, Lukas Köhler.

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