Der neue Plan gleicht dem alten: So sehen die Zonen der Fröttmaninger Heide aus.

Dämpfer für Freizeitnutzer und Hundehalter

Strenge Regeln für Fröttmaninger Heide

München - In dem seit Jahren schwelenden Streit um den Naturschutz auf der Fröttmaninger Heide hat die Regierung von Oberbayern jetzt ein Machtwort gesprochen und damit größtenteils die jüngsten Wünsche des Münchner Stadtrats revidiert.

In weiten Teilen des Areals wird die Flächennutzung, und vor allem das Mitführen von Hunden, nur eingeschränkt möglich sein. Das geht aus einer Mitte April veröffentlichten Verordnung hervor.

Im Kern ging es bei der Diskussion um das Areal im Münchner Norden darum, wie Naturschutz-Bedürfnisse am besten mit denen von Spaziergängern und Gassigehern unter einen Hut zu bekommen seien. Bereits vor einigen Jahren hatte die Regierung ein Verfahren angestoßen, um die Fröttmaninger Heide zum Naturschutzgebiet zu erklären. Denn auf dem ehemaligen militärischen Übungsgebiet leben zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten.

In Zusammenarbeit mit den Anwohnern entwickelte die Regierung einen Kompromiss: Ein Zonen-Konzept entstand, das für verschiedene Bereiche der Heide verschieden strenge Regelungen vorsah, insbesondere für das Betreten und für das Ausführen von Hunden. Der Plan stieß allerdings schnell auf Widerstand. Die Interessensgemeinschaft Heide beklagte die Einschränkungen und sammelte Unterschriften gegen das Zonierungskonzept.

Im vergangenen September schnürte daraufhin der Münchner Stadtrat das erarbeitete Konzept wieder auf und verabschiedete einen Entwurf, der deutlich weniger drastische Regeln vorsah. Unter anderem wurde darin die generelle Leinenpflicht auf der Heide aufgehoben, im Schutzgebiet selbst erlaubte der Entwurf, Hunde an einer maximal vier Meter langen Leine mitzuführen, zudem sah er Sonderrechte für Inhaber eines Hundeführerscheins vor. Über diese „Aufweichung des Naturschutzes“ ärgerten sich Naturschutzverbände und der zuständige Bezirksausschuss (BA) Schwabing-Freimann gleichermaßen, doch die letztendliche Entscheidung lag bei der Regierung von Oberbayern.

Neue Verordnung ab 9. Mai gültig

Die beschloss nun größtenteils die Rückkehr zu den deutlich strikteren Naturschutzauflagen ihres ersten Entwurfes. So dürfen beispielsweise innerhalb der Schutzzone Hunde weiterhin nur an Leinen unter zwei Meter Länge und auch nur auf den ausgewiesenen Wegen spazieren geführt werden. Und auch in den anderen Zonen blieben die Regelungen – abgesehen von der Verkürzung bestimmter Schutzzeiten – nahezu so, wie sie vor der Intervention des Stadtrates vorgesehen waren.

Ergänzt wurde die Verordnung allerdings um den Hundeführerschein. Hat ein Gassigeher oder ein anderes Haushaltsmitglied mit dem Hund an einem entsprechenden Kurs teilgenommen und eine Prüfung bestanden, darf der Vierbeiner zumindest in den Zonen für das freie Betreten ganzjährig und auf den Wegen der Zonen für das Heideerleben im Herbst und Winter auch ohne Leine laufen.

Gültig wird die neue Verordnung ab 9. Mai. In der jüngsten BA-Sitzung, in dem die Stadtratspläne mehrheitlich nicht mit großer Begeisterung aufgenommen worden waren, zeigte man sich äußerst zufrieden mit dem Beschluss der Regierung. „So ist jetzt der naturschutzrechtliche Unfug der schwarz-roten Rathausmehrheit größtenteils unter den Tisch gefallen“, freute sich der Vorsitzende Werner Lederer-Piloty (SPD). 

Annika Schall

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