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Gebohrt wird in Sendling ab 2018, 2019 soll die Anlage in Betrieb gehen. Darauf freuen sich Stephan Schwarz (l.) und Erwin Knapek.

Inbetriebnahme für 2019 geplant

Geothermie-Anlage: Hier bohren die Stadtwerke an der Zukunft

München - Die Stadt treibt die Energiewende bis hin zum Ökostrom konsequent voran. Das neueste Projekt: die Geothermieanlage in der Schäftlarnstraße.

Über Geld spricht man nicht. Oder ungern. Daher war auch nicht zu erfahren, was das neue Geothermie-Projekt der Stadtwerke (SWM) an der Schäftlarnstraße kosten wird. „Bitte haben Sie Verständnis“, sagte Geschäftsführer Stephan Schwarz. Die Fährnisse seien noch unbekannt, jede genannte Zahl mithin eine reine Spekulation!

Immerhin ein Rahmen ist bekannt: Für die gesamte Wende hin zum Ökostrom, die Ausbau-Offensive Erneuerbare Energien, haben die Stadtwerke ein Budget von neun Milliarden Euro vorgesehen. Der Bereich Wärmemarkt, also die Geothermie, freilich nimmt da nur einen kleinen Teil ein. Dennoch scheint München eine weltweite Vorreiterrolle einzunehmen. Das sagt ein Experte. Und wohl kaum ein anderes Gelände steht derart plakativ für eine Energiewende wie das Areal an der Schäftlarnstraße.

Das nämlich ist voller Energie-Geschichte: Pechkohle, Steinkohle, schweres Heizöl, leichtes Heizöl – all das wurde in Sendling schon verbrannt. Zur Energie-Gewinnung. Und nun die Wende hin zur Geothermie: Ab 2018 soll just an diesem Standort das mittlerweile dritte Erdwärme-Werk Münchens entstehen – neben dem in Riem und Freiham. Es ist der nächste Schritt auf einem langen Weg: Bis 2040 soll München die erste deutsche Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Doch Kritikern dauert das zu lange. Sie würden die Steinkohle-Verbrennung im Münchner Norden gerne früher stoppen. Der Präsident des Bundesverbands Geothermie, Erwin Knapek, bestätigt indes die langfristig angelegte Strategie der SWM. „Für den Umbau ist im Sinne der Stadt wie auch der Kunden ein längerfristiger Zeitraum notwendig.“ Man müsse Geothermie-Anlagen sehr sorgfältig planen und Lerneffekte für künftige Projekte nutzen. Von diesen Münchner Erfahrungen könnten andere Städte lange danach profitieren. „Das in München ist mit Sicherheit das weltweit ambitionierteste Projekt.“

Dem in Sendling übrigens sollen noch drei weitere folgen – die Standorte jedoch sind noch geheim. Auch darüber spricht man nicht.

So funktioniert das mit der Erdwärme

Die geothermische Energiequelle ist heißes Thermalwasser aus gut ­durchlässigen Kalksteinschichten (Malm). München sitzt auf einem riesigen Vorrat: In einer Tiefe von 2000 bis über 3000 Metern hat das Wasser bis über 100 Grad Celsius. Das Wasser wird an die Oberfläche gepumpt und über Wärmetauscher geleitet, wobei ihm die Energie entzogen wird. Abgekühlt wird es wieder in die Tiefe zurückgeführt.

Sascha Karowski

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