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Mit einem Wut-Video auf YouTube machte der Journalist Michael Praetorius einen Vorfall in der S8 öffentlich.

Deutsche Bahn bietet "Kulanzregelung" an

Fiese Kontrolle: Münchner (77) will Hälfte des Bußgelds zahlen

München - Ein Kontrolleur in der S-Bahn bringt eine Frau zum Weinen. Das macht einen Ex-Bahnmitarbeiter aus München wütend. So wütend, dass der 77-Jährige ein großzügiges Angebot macht.

Ein Kontrolleur, der eine Asiatin durch sein unverschämtes Verhalten in der S-Bahn zum Weinen bringt. Ein Journalist, der alles beobachtet und daraufhin vor Wut seine Isarcard vor laufender Kamera verbrennt. Dieser Fall bringt viele Menschen in Rage - auch den 77-jährigen Münchner Horst Tippelt. 

Der Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bahn las von dem Vorfall auf Merkur.de: Ein Kontrolleur butterte eine junge Chinesin, die zwar ein Ticket hatte, dieses aber aus Unwissenheit nicht gestempelt hatte, ordentlich herunter, behielt ihren Pass ein und wollte die eingeschüchterte Frau, die kein Geld dabei hatte, zur Polizei schleifen. Der Journalist Michael Praetorius saß daneben, schaltete sich ein und übernahm am Ende das geforderte Bußgeld von 60 Euro. Dann veröffentlicht Praetorius ein Video auf YouTube, mit dem er der Netzgemeinde von dem Vorfall berichtet und vor Wut auf die Bahn seine soeben gekaufte Isarcard verbrennt.

Horst Tippelt, der lange Jahre an einem Fahrkartenschalter der Bahn arbeitete, macht der Fall wütend. So wütend, dass er sich bei unserer Online-Redaktion meldete. "Dieser Kontrolleur ist eine Schande für seine Kollegen und das Unternehmen. Als Alt-Eisenbahner schäme ich mich für so ein Verhalten, erst recht gegenüber Fremden und Unkundigen", regt sich der 77-Jährige auf. Leider sei dies kein Einzelfall: "90 Prozent der Kontrolleure verhalten sich so", glaubt Trippelt. "Denn sie haben die Anweisung, sich auf keine Diskussion mit den Fahrgästen einzulassen."

Der Sendlinger will mehr tun, als sich aufzuregen: Er bietet dem Journalisten Praetorius an, die Hälfte des Bußgelds, das er für die Frau bezahlt hat, von seiner Rente zu übernehmen. "Wenn er sich bei mir meldet und er mir seine Kontonummer gibt, zahle ich ihm 30 Euro. Das, was er getan hat, war mutig und großherzig", so Tippelt. "Seine Anwesenheit war ein großes Glück für die Chinesin - aber auch für unser Ansehen." 

Doch die Großzügigkeit des Sendlingers ist vielleicht gar nicht mehr notwendig, denn die Deutsche Bahn kündigte jetzt in einer Stellungnahme an, man wolle Praetorius, der die 60 Euro übernahm, eine "Kulanzregelung" anbieten. "Wir bedauern es sehr, dass die junge Reisende un eine solch unangenehme Situation geraten ist", schreibt die Bahn. "Leider kann es bei Fahrscheinkontrollen immer auch zu Missverständnissen kommen, zumal bei Sprachproblemen und wenn Reisende aus dem Ausland die Beförderungsbedingungen noch nicht kennen." Der jungen Chinesin wolle man eine persönliche Entschuldigung anbieten und den Vorfall mit dem betroffenen Mitarbeiter aufarbeiten. 

Mittlerweile hat sich auch die Bundespolizei zu dem Fall geäußert - der Kontrolleur habe seine Kompetenz klar überschritten

smu

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