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Ein überschaubarer Familienbetrieb mit Gaststube war das Hotel Prinzregent der Ismaninger Straße zwischen Max-Weber- Platz und Prinzregentenstraße einst.

Ismaninger Straße

Haidhausen: Hotel Prinzregent weicht Luxuswohnungen

München - Das Hotel Prinzregent neben der Villa Stuck in Haidhausen wird abgerissen, die Betreiberfamilie hat das Grundstück verkauft. Auf dem Areal sind unter anderem Luxuswohnungen geplant.

„Wir sind dann mal weg“, hat jemand mit Kreide auf die Speisetafel neben dem Eingang zum ehemaligen Hotel Prinzregent hinterm Friedensengel geschrieben. Die gelbe Fassade ist ein wenig verblasst. Seit 1983 prägt das Haus an der Ismaninger Straße zwischen dem Museum Villa Stuck und dem Klinikum rechts der Isar das Straßenbild mit. Ein überschaubarer Familienbetrieb mit Gaststube und 65 Zimmern, wo auch mal der ein oder andere Promi nächtigte – nun ist er Geschichte.

Am 29. April hat der letzte Gast im Hotel Prinzregent in Haidhausen ausgecheckt. Bis zum vergangenen Wochenende nutzten Studenten der Akademie der Bildenden Künste die Hotelräume noch für eine Ausstellung. Jetzt gehen in dem traditionellen Betrieb nach 33 Jahren endgültig die Lichter aus.

Genehmigung steht aus - Vertrieb hat schon begonnen

Das neue Gebäude soll ein Boardinghouse beherbergen und im Rückgebäude 44 luxuriöse Wohneinheiten bieten.

Die Familie Biermann, die das Hotel an der Ismaninger Straße über die vielen Jahre betrieben hat, hat das Grundstück verkauft. Das gelbe Gebäude soll demnächst abgerissen und das Anwesen samt des hinteren Grundstücks bis zur Trogerstraße bebaut werden. Die Lokalbaukommission prüft derzeit ein entsprechendes Vorhaben für die Ismaninger Straße 42 bis 46: Auf dem Areal ist ein Neubau mit luxuriösen 44 Wohnungen beantragt. Zudem soll ein fünfstöckiges Boardinghouse – ein hotelähnlicher Betrieb für Langzeitaufenthalte – mit 38 Einheiten vorne an der Ismaninger Straße entstehen, wo bislang noch das gelbe Haus steht. Auch eine zweigeschossige Tiefgarage mit insgesamt 68 Stellplätzen sei beantragt, sagte Sprecher Thorsten Vogel im Planungsreferat, sowie Platz zum Beispiel für eine Gastronomie.

Zuständig ist der Bauträger Legat Living, der die 44 exquisiten Wohnungen unter dem Namen „Troger Höfe“ im Internet bewirbt. Der Vertrieb habe bereits begonnen, sagte Prokurist Johannes Thoma bei der Firma auf Anfrage. Eine Genehmigung stehe noch aus.

Die schicken Eigentumswohnungen sollen "Troger Höfe" heißen

Der Quadratmeter kostet dort dann zwischen 12.000 und 14.000 Euro.

Womöglich schon im Sommer könnte der Abriss an der Ismaninger Straße beginnen, der Bau des Boardinghouses sowie der Wohnungen könnte dann noch heuer beginnen. Möglichst bis spätestens Ende 2018 soll alles fertig sein. Bei den „Troger Höfen“ handelt es sich um schicke Eigentumswohnungen, die sich wahrlich nicht jeder leisten kann. Der Quadratmeterpreis liege bei „zwischen 12 000 und 14 000 Euro im Schnitt“, sagt Johannes Thoma. Zum Verkauf stünden in der „sehr guten Münchner Lage“ etwa 40 bis 200 Quadratmeter große, hochwertige Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen für Singles oder Familien. „Der Wohnungsmix ist relativ breit gefächert“, sagt er mit Blick auf die Wohnungsgrößen. Preisbeispiel: Eine 106-Quadratmeter-Wohnung mit Balkon und Keller sei für etwa 1,35 Millionen Euro zu haben. Bei dem geplanten Boardinghouse an der Ismaninger Straße sei die Idee, dass die Gäste bis zu sechs Monate lang „vergleichsweise preiswert“ übernachten können, sagt Thoma. Geschäftsleute von außerhalb zum Beispiel, die sich für einige Monate in München aufhalten, aber für den kurzen Zeitraum keine Wohnung hätten, könnten profitieren und insgesamt weniger bezahlen als in einem gewöhnlichen Hotel. Zu den konkreten Preisen könne man in der jetzigen Planungsphase allerdings noch nichts sagen.

Der Bezirksausschuss hat noch Fragen

Der Bezirksausschuss Au-Haidhausen ist mit dem Bauprojekt befasst. Das Gremium regte an, dass die Fassadengestaltung an der Ismaninger Straße wegen der „unmittelbaren Nähe zur Villa Stuck“ von der Stadtgestaltungskommission „überprüft“ werden solle. Genaueres will der BA zudem etwa über die geplanten Nachpflanzungen wissen. Es würden etwa 55 Bäume fallen, hieß es, Ersatzpflanzungen seien auf dem Tiefgaragendeck geplant. Die Stadtteilpolitiker wollen wissen, wie das funktionieren soll.

Anne Hund

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