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Gerichtssprecherin Andrea Titz im neuen Saal.

Für Prozesse gegen Terroristen

Das ist der Hochsicherheits-Gerichtssaal in Stadelheim

München - An der JVA Stadelheim ist ein Super-Bunker entstanden -  vielmehr ein Hochsicherheits-Gerichtssaal. Hier werden künftig Prozesse gegen Terroristen und Schwerverbrecher stattfinden.

Etwa 1350 Häftlinge sind in der JVA Stadelheim untergebracht. Sie leben in kargen Zellen, hinter dicken Mauern. Aber in ihrer Nachbarschaft ist in den vergangenen Jahren ein Super-Bunker entstanden: Noch auf dem Gefängnis-Gelände wurde ein Hochsicherheits-Gerichtssaal gebaut. 250 Quadratmeter groß, fünf Meter unter der Erde, mit einem Meter dicken Wänden und modernster Technik. Hier werden künftig die Prozesse gegen Terroristen und Schwerverbrecher stattfinden. Justizminister Winfried Bausback hat den Geheim-Raum nun eröffnet.

Justizminister Winfried Bausback eröffnete ihn mit OLG-Präsident Peter Küspert (re.).

Zwei Beamte sichern den Eingang, dann geht es die Stufen hinab ins Dunkel. Unten führt ein langer Gang zur Sicherheitsschleuse. Dann ist man drin: in Münchens sicherstem Gerichtsgebäude. Für den Bau hat der Freistaat 17 Millionen Euro ausgegeben. „Die bayerische Justiz erhält einen hochmodernen Gerichtssaal, der speziell auf die Bedürfnisse von Staatsschutzsachen und vergleichbaren Prozessen mit hohen Sicherheitsanforderungen ausgerichtet ist“, sagt Justizminister Winfried Bausback.

Der große Vorteil: Angeklagte können künftig auf dem Gelände der JVA Stadelheim bleiben und dort direkt vorgeführt werden. „So entfallen nicht nur aufwendige Transporte durch die Stadt zum Strafjustizzentrum, sondern auch die dort notwendigen besonderen Sicherheitsmaßnahmen“, sagt Bausback. Zur Sicherheit soll auch die Trennung der Besucherströme beitragen: Angeklagte werden unterirdisch vorgeführt, Richter und Staatsanwälte kommen vom Erdgeschoss in den Saal, Zuschauer über den Eingang in der Stettnerstraße.

Neben dem Wachturm geht’s runter in den Bunker.

Im November gibt’s die große Premiere: Verhandelt wird dann gegen zehn Kommunisten, die in der Türkei Bombenanschläge verübt haben sollen. Nicht aber gegen Beate Zschäpe: Der NSU-Prozess bleibt in der Nymphenburger Straße. 

Andreas Thieme

Video: JVA-München-Stadelheim eröffnet neuen Hochsicherheitsgerichtssaal

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