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Roland Burzik reserviert im Purtschellerhaus, tauchte dort aber nie auf.

Hier buchte er ein Bett

Stalker-Mord: Versteckt sich der Täter in den Bergen?

München - Die Fahndung nach dem Giesinger Stalker-Mörder läuft auf Hochtouren. Nach Informationen der tz könnte sich der Täter Roland Burzik in den Bergen aufhalten.

Endlich hat die Münchner Mordkommission eine heiße Spur auf der Jagd nach Roland Burzik (45), dem mutmaßlichen Mörder seiner Ex-Freundin Tsin-ieh L. (†45)! Die Architektin wurde vergangenen Dienstag kaltblütig vor ihrer Wohnung in Obergiesing erstochen. Seitdem ist Burzik wie vom Erdboden verschwunden. Jetzt vermuten die Ermittler, dass er sich in den bayerischen Bergen aufhält. Und tatsächlich: In der tz spricht Sepp König (62), Wirt des Purtschellerhauses an der Grenze zu Österreich. Bei ihm hat Roland Burzik eine Übernachtung für Samstag gebucht, ist dort aber nie aufgetaucht.

Nach tz-Informationen soll Roland Burzik nach der Tat über die U-Bahnstation Untersbergstraße in seine Wohnung im Glockenbachviertel geflüchtet sein. Dort zog er sich um, ließ blutverschmierte Kleidung und sein Handy zurück. Deshalb konnten die Ermittler den mutmaßlichen Stalking-Mörder nicht orten. Die Ermittler stießen in seiner Wohnung auf Hinweise, wonach Burzik eine starke Affinität zu den Bergen hat. Der Verdacht liegt nahe, dass er sich dort versteckt. Doch auch Selbstmord schließt die Kripo nicht aus. Denn seit die Beziehung zu Tsin-ieh L. im Jahr 2009 zerbrach, soll Burzik in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen sein.

Stalker-Mord: SEK-Beamte waren am Watzmann

Die tz weiß: Der 45-Jährige hat bereits im März eine Übernachtung für Samstag, 20. August, im Purtschellerhaus am Hohen Göll bei Berchtesgaden gebucht. Wirt Sepp König: „Er hat für drei Personen reserviert. Er selbst ist aber nicht aufgetaucht.“ Dafür seien seine beiden Begleiter, ein Pärchen, rund 35 Jahre alt, gekommen. „Die haben nur gesagt, dass Burzik beruflich verhindert ist“, erzählt König.

Hüttenwirt Sepp König erkannte Burzik auf dem Fahndungsplakat.

Wie im Purtschellerhaus hängen seit dem Wochenende in allen bayerischen Berghütten Fahndungsplakate mit Burziks Foto aus. Als König das Flugblatt der Münchner Mordkommission ausdruckte, erkannte er Burzik – und wollte ihn in die Falle locken. „Wir haben die Plakate wieder abgehängt. Wir wollten ihn ja nicht verunsichern, falls er wirklich kommt. Dann hätte ich sofort die Polizei angerufen.“ Doch weil Burzik nicht auftauchte, ging der Plan des Hüttenwirts nicht auf. „Ich wollte seine Begleiter nicht weiter fragen, weil ich meine Gäste nicht verängstigen will. Das Geschäft muss weitergehen“, sagt König, der die Fahndungsplakate inzwischen wieder angebracht hat.

Nach tz-Informationen sind noch am Tattag mehrere Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) am Watzmann angerückt. Die Ermittler hatten Roland Burzik dort vermutet. Angeblich hat der Architekt im Frühjahr eine zweitägige Tour durch die bayerischen und österreichischen Alpen geplant. Der Stalker-Mord von Obergiesing – jetzt geht der Krimi in den Bergen weiter.

Johannes Heininger

Johannes Heininger

E-Mail:Johannes.Heininger@tz.de

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