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Stimmungsvoll erleuchtet.

Blaue Stunde

Tierpark Hellabrunn: So war die lange Nacht im Zoo

München - Zum ersten Mal hat der Tierpark Hellabrunn seine Tore für die „Lange Nacht der Biodiversität“ geöffnet. Die Besucher freuten sich, obwohl Wetter und einige Tiere nicht mitspielten.

Benny und Max schlafen tief und fest. Ihre Augen sind geschlossen, die Beine entspannt vom Körper abgestreckt. Und das, obwohl nur wenige Zentimeter von ihren Köpfen entfernt Erinnerungsfotos gemacht und laute Unterhaltungen geführt werden. Doch nichts von alledem schafft es, die beiden Löwenmännchen aus ihren Träumen zu wecken.

Was für die Löwen eine Nacht wie jede andere zu sein schien, war für die Besucher des Tierparks Hellabrunn etwas ganz Besonderes. Denn zum ersten Mal öffnete der Zoo am Samstag nachts seine Tore. Bei der „Langen Nacht der Biodiversität“ konnten Tierparkgänger so einmal ihren Lieblingstieren einen Abendbesuch abstatten. Bisher war das nur zu besonderen Anlässen und für geladene Gäste möglich.

Löwen verschlafen besonderen Abend

Die Geschwister Philipp (9), Sebastian (7) und Anton (5) freuten sich, dass sie einmal den Löwen ganz nahe kommen konnten, auch wenn die Raubkatzen die Begegnung verschliefen.

Dass die Löwen diesen besonderen Abend einfach verschliefen, störte zumindest die Geschwister Philipp (9), Sebastian (7) und Anton (5) nicht – ganz im Gegenteil. „Richtig aufregend“, findet Philipp den nächtlichen Zoobesuch. „Wenn es dunkel ist, achtet man viel mehr auf Geräusche“, bemerkt er. Außerdem klappt das Erinnerungsfoto neben dem schlafenden König der Tiere viel besser. Auch ihren Lieblingstieren – Erdmännchen, Eulen und Haien – haben die Geschwister in dieser Nacht schon einen Besuch abgestattet. Nur eines stört: „Ich finde es wirklich nicht so gut, dass es so kalt ist“, meint Anton.

Diese Meinung teilten sicher viele der Besucher, denn gegen halb neun brach ein heftiges Gewitter über den Münchner Süden herein. Für eine knappe halbe Stunde war an ein gemütliches Schlendern durch die Außenanlagen des Tierparks nicht mehr zu denken. Stattdessen zog es die Besucher zu den überdachten Gehegen.

"Man erlebt die Tiere von einer ganz neuen Seite"

Der 12-Jährige Emanuel flüchtete vor einem Regenschauer ins Urwaldhaus, wo er fasziniert eine Riesenschlange genauer betrachtete.

So auch Familie Fritz, die im Urwaldhaus eine ruhende Riesenschlange bewundert. Tagsüber war die Familie schon öfter in Hellabrunn, aber der Besuch bei Nacht sei einmal etwas ganz anderes, findet Vater Johannes. „Man erlebt die Tiere von einer ganz neuen Seite. Viele sind viel aktiver als tagsüber“, meint er. Auch dass die Gorillas sich zum Schlafen in die gut einsehbaren Innengehege begeben haben, freut seine Söhne Emanuel und Valentin. So nah kommt man den Tieren sonst selten.

Für die im Freien auftretenden Künstler stellte das Wetter eine größere Herausforderung dar. Abschrecken ließen sie sich aber trotzdem nicht. Der Chor „Die Barberries“ machte aus der Not kurzerhand eine Tugend und baute farbenfrohe Regenschirme in seinen Auftritt mit ein.

Deutlich mehr unter dem Wetter zu leiden hatten die Künstler und Musiker, die für das Programm auf den Freiluftbühnen zuständig waren. Die allermeisten von ihnen nahmen die Umstände allerdings mit Humor. So zum Beispiel der Barbershop-Chor „Die Barberries“. Die A-cappella-Truppe bot vor dem Elefantenhaus selbstironisch unter anderem ihre Version des Beatles-Klassikers „Here comes the sun“ dar. Dabei war nicht nur das Leopardenmuster der Sängerinnen-Kleider auf den Anlass abgestimmt, auch ihre Regenschirme erwiesen sich als durchaus nützliche Accessoires. Für solche Darbietungen trotzten die Passanten dann doch gerne dem anhaltenden Nieselregen für einige Minuten.

Bei der Leitung des Tierparks schließt man eine Wiederholung der „Langen Nacht“ übrigens nicht aus. In den kommenden Tagen wolle man den Erfolg der Veranstaltung zunächst einmal in Ruhe analysieren, so Zoodirektor Rasem Baban, der sich aber insgesamt durchaus offen für eine weitere Öffnung des Tierparks zur blauen Stunde zeigte.

Hellabrunn: Badetag für Familie Wasserschwein

Annika Schall

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