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Die Sprüche hielten auch dem Regen der vergangenen Tage statt.

Naturschützer sehen rot

Unbekannter "verziert" den Flaucher mit Umwelt-Parolen

München - Vom Flauchersteg in München aus sieht man Anfang Oktober Umwelt-Parolen auf die Steine gemalt. Naturschützer ärgert die Aktion.

Es ist ein Naturparadies, um das uns jede Großstadt beneidet: Der Flaucher mit seinen Kiesbänken, Felsen und dem verzweigten Isarlauf. Ausgerechnet die Steine dieses Natur-Juwels hat sich ein Unbekannter ausgesucht, um seine Parolen zu verewigen – vorwiegend Umwelt-Sprüche, aber auch andere Weisheiten.

Wer dieser Tag über den Flauchersteg läuft, dem prangen die roten Buchstaben auffällig entgegen. Der Unbekannte hat seine Warnbotschaften mit einer Farbe hinterlassen, der der Regen der vergangenen Tage nichts anhaben konnte. Kostproben: „In den letzten 100 Jahren ging der weltweite Planktonbestand um 45 Prozent zurück.“ Oder: „Jährlich sterben 300 000 Wale und Delfine als Beifang.“

„Dabei weiß doch jeder, dass in der Isar keine Delfine oder Wale leben“, ärgert sich der Vorsitzende des Isartalvereines, Erich Rühmer, über Parolen: „Das ist eine Riesen Sauerei!“ Zwar seien die Anliegen zum Teil berechtigt. Aber: „Warum macht der Unbekannte das anonym und mitten im Naturschutzgebiet?“

Es stelle sich die Frage, mit welcher Farbe die Sprüche aufgebracht wurden. Falls sich die Farbe nur durch Verdünnung entfernen ließe, könnten die Chemikalien in die Isar gelangen. Immerhin ist der Flaucher Teil des Fauna-Flora-Habitat Schutzgebietes Oberes Isartal und Landschaftsschutzgebiet.

Der Chef des Isartal-Vereins: Erich Rühmer.

Das Baureferat beschäftigt sich auch schon mit den Schmierereien: „Die mit Farbe auf Felsbrocken geschriebenen Parolen stören ohne jeden Zweifel das charakteristische Landschaftsbild in seiner Eigenart und Naturbelassenheit“, so die Sprecherin Dagmar Rümenapf.
Und weiter: „Das Baureferat, zu dessen vielfältigen und umfassenden Aufgaben an der Isar auch die Pflege und der Schutz dieses Landschaftsbildes gehören, missbilligt jede Art von ,Graffiti‘ im Isarraum.“ Die Farb-Parolen auf den Steinen müssten nun sehr aufwändig auf ihre Beschaffenheit hin untersucht und so gut wie möglich entfernt werden. Der Auftrag dafür wurde gestern bereits erteilt.

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