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8000 Plätze gibt es am Nockherberg, Peter Pongratz will 2017 aufhören.

Vor Sanierung im kommenden Jahr

Servus! Pongratz hört am Nockherberg auf

München - Das kommt überraschend: Wirt Peter Pongratz gibt bekannt, dass er den Paulaner am Nockherberg nicht mehr weiterführen will. Wie es für ihn und in der Gaststätte jetzt weitergeht.

Auf dem Nockherberg endet eine Ära: Wirt Peter Pongratz wird im kommenden Jahr das Traditionsgasthaus „Paulaner am Nockherberg“ abgeben – nach 17 Jahren. Gleichzeitig schließt die Gaststätte für einen großen Umbau. Der Clou: Der Nockherberg bekommt eine Kleinbrauerei.

Eigentlich ist das Gebäude für eine umfassende Renovierung noch viel zu jung, gerade einmal 13 Jahre alt. Erst 2003 wurde die Gaststätte wiedereröffnet, nachdem sie bei einem Großbrand 1999 total zerstört worden war. Doch die Architektur des Neubaus hatte von Anfang an für Diskussionen gesorgt. Dass man gerade jetzt die „aufwändige Renovierung“ in Angriff nimmt, hat nach den Worten von Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher einen einfachen Grund: „2017 wird dort sowieso eine Großbaustelle sein.“ Der Abriss der alten Brauereianlagen und die Baustellen der dort entstehenden Wohnhäuser werden das Traditionshaus in die Zange nehmen – kaum vorstellbar, dass sich viele Gäste bei Baggerlärm, Staub und Dieselgestank in den Biergarten setzen wollen.

Nach der Starkbierprobe 2017 geht es los mit den Umbauarbeiten

Gleich nach der traditionellen Starkbierprobe 2017 sollen deshalb im Paulaner am Nockherberg die Lichter ausgehen und die Handwerker einziehen. Ein Jahr lang haben sie Zeit. Zum Politiker-Derblecken 2018 muss alles fertig sein. Wie der neue Paulaner am Nockherberg aussehen wird, ist laut Zacher noch offen. „Wir stehen ganz am Anfang der Planung“, sagte sie gestern. Einen Architektenwettbewerb soll es nicht geben. Doch Geschäftsführer Andreas Steinfatt verspricht: „Die nächsten Monate werden wir intensiv planen und dann die neuen Ideen vorstellen.“

Eines steht schon fest: Das Lokal soll eine eigene Gasthausbrauerei bekommen. Damit, so Zacher, wolle die Brauerei ihre Verbundenheit mit dem traditionellen Standort demonstrieren. Weil auch die „Brauerei im Eiswerk“ an der Ohlmüllerstraße, wo das neue Verwaltungsgebäude entsteht, weiter betrieben wird, sei sichergestellt, dass Giesing und der Au das Bier nicht ausgehe.

Auf der Wiesn und in der Grünwalder Einkehr will Peter Pongratz weitermachen.

„Dass die Bude hier bald abgerissen wird“, war Peter Pongratz offenbar schon länger klar. Und weil sein Pachtvertrag am 30. April 2017 endet, nutzte er das für eine Zäsur: „Ich bin dann 70 Jahre alt, da muss ich nach mir gucken“, sagte er gestern der tz. „Meine Frau sagt immer, dass ich irgendwann in einem meiner Wirtshäuser umfalle und nicht mehr aufstehe. So weit will ich es nicht kommen lassen.“ Aufs Altenzeil zurückziehen will er sich nicht. „Ich habe noch die Grünwalder Einkehr“, betont er, „und mit dem Winzerer Fähndl bleibe ich auf der Wiesn.“

Ein Leben ohne Aufgabe kann sich der 69-Jährige wohl kaum vorstellen. Pongratz ist ein geselliger Mensch. Am liebsten ratscht und prostet der Wirt in alle Richtungen und packt überall mit an.

Gastro-Karriere: Vom Humplmayr in den Münchner Wirte-Olymp

In bescheidenen Verhältnissen am Goetheplatz aufgewachsen, begann Peter Pongratz 1963 seine gastronomische Ausbildung im Feinschmeckerlokal Humplmayr. Er arbeitete in der „Tenne“ in Kitzbühel, war Pächter des „Spöckmeier“ im Tal und Wirt im Forsthaus Wörnbrunn. Mit Paulaner verbindet ihn eine Liebesgeschichte: Er heiratete Arabella Schörghuber, die Tocher des Bau- und Braulöwen.

Den Paulaner am Nockherberg, damals „Salvatorkeller“, übernahm Pongratz kurz vor dem verheerenden Großbrand 1999. Ein bis heute unbekannter Brandstifter legte die Traditionsgaststätte in Schutt und Asche. Pongratz überstand eine Zeit im Provisorium, bevor im März 2003 nach 1200 Tagen der neue Paulaner am Nockherberg seine Tore öffnete. Im Jahr darauf stieg Pongratz dann endgültig in den Münchner Wirte-Olymp auf: Er übernahm als Nachfolger von Helga und Willi Kreitmair das Wiesn-Zelt Winzerer-Fähndl.

Neben Wiesn und Nockherberg ist Pongratz seit 2009 auch Wirt in der „Grünwalder Einkehr“, mit der er sich einen Traum erfüllt hat. Sein Herz, daraus macht Pongratz keinen Hehl, hängt am Nockherberg mit seinen 8000 Plätzen und dem schönen Biergarten. „Das ist meine Heimat“, sagte er. „Und egal wer die Gaststätte weiterführt: Ich werde immer wieder vorbeischauen und ein Bier trinken.“

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