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Westlich der Bahnlinie in Allach liegt das Remondis-Firmengelände. Die Pasteurstraße wird oft von Mitarbeitern zugeparkt.

Thema im Bezirksausschuss

Doppelter Ärger in Allach

München - Anwohner der Pasteurstraße klagen über Lastverkehr und parkende Remondis-Mitarbeiter. 

Die Anwohner rund um die Allacher Pasteurstraße sind genervt. Fast jeden Tag ist die schmale Straße zugeparkt. Seit einem Jahr beobachten sie, wie immer mehr Mitarbeiter des Abfallunternehmens Remondis vor dem Werksgelände an der Pasteurstraße parken, klagte ein Anwohner gegenüber dem Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing. Dadurch könne man nur noch im Gegenverkehr fahren, was eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer sei.

Es war nicht das einzige Mal an diesem Abend, dass der BA sich mit der Pasteurstraße beschäftigte. Ein anderer Allacher sprach sich gegen die geplante Abhängung – also Unterbrechung – der westlichen von der östlichen Pasteurstraße aus, die durchs Gewerbegebiet führt. Die Maßnahme soll den Schwerlast- und Schleichverkehr im benachbarten Wohngebiet unterbinden und über die Eversbusch- und Ludwigsfelder Straße leiten. „Die Leute fahren doch nicht über die Eversbuschstraße, sondern durch die Siedlung“, sagte der Anwohner. Eine Abhängung würde alles nur noch schlimmer machen.

Seit langem kämpfen Anwohner und der BA gegen den zunehmenden Verkehr im Bezirk, der einerseits von Remondis, andererseits von diversen Baustellen in der Umgebung und der chronisch überlasteten A 99 kommt.

Von der Maßnahme, die Pasteurstraße westlich von der Einmündung der Schöllstraße durch einen Wendehammer abzuschließen, hatte der BA erst vor einem Monat erfahren. Einem Ausschussmitglied war in den Unterlagen des Planungsreferates zum angrenzenden, brachliegenden Junkersgelände ein Passus aufgefallen, demzufolge nicht nur die Schöllstraße abgehängt werden soll, sondern auch die Pasteurstraße. Den Plänen zufolge können nach der Abhängung nur noch Fußgänger und Fahrradfahrer den Wendehammer passieren.

Doch mit der Abhängung sind die Kommunalpolitiker keineswegs einverstanden: „Die Verkehrsplaner haben sich über Nacht etwas anderes ausgedacht, ohne uns zu unterrichten“, schimpft die BA-Vorsitzende und CSU-Stadträtin Heike Kainz. In einer Stellungnahme sprach sich der BA gegen die Abhängung aus. Ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr könne man auch mit Schildern anordnen.

Gleichzeitig nahm Kainz Remondis in Schutz. „Wir bemühen uns seit Jahren darum, dass Remondis nicht mehr durch die Schöllstraße und die westliche Pasteurstraße fahren muss, um die Anwohnerschaft zu entlasten.“ Das Unternehmen sitze seit Jahrzehnten dort, zumal habe es „ein sinnvolles Anliegen, nämlich die Mülltrennung“. Durch den geplanten Bau einer Stichstraße durch das Junkersgelände würden die umliegenden Straßen entlastet. Ein genauer Termin dafür steht noch nicht fest.

Allerdings ist nicht ausgemacht, ob das Parkproblem sich in Zukunft nicht auf die Stichstraße verschieben wird. „An so etwas denke ich im Moment noch gar nicht“, sagte Kainz. „Wenn Remondis viele parkende Mitarbeiter hat, wäre es die beste Lösung, wenn die auf ihrem eigenen Gelände parken.“ Die BA-Vorsitzende kündigte an, nun mit allen Beteiligten sprechen zu wollen.

Remondis teilte auf Anfrage mit, dass es durchaus Überlegungen gebe, „eine Teilfläche des gegenüberliegenden Geländes als Parkfläche für Fahrzeuge anzumieten, sollte sich die Gelegenheit ergeben“. Eine neue Parkfläche „wäre ein Beitrag zur Verbesserung der zuweilen etwas angespannten Parksituation“.

Sophie Krause

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