Alarm in Ludwigsfeld

Bei der Firma MTU: Fehlalarm wegen Plastik-Maschinengewehr

München - Großalarm am Mittwochmorgen in Ludwigsfeld. Dort wurde ein Mann mit einem langen Mantel und Maschinengewehr auf dem Gelände der Firma MTU gesichtet. Die Polizei löste Amok-Alarm aus - doch zum Glück klärte sich alles auf.

Langer Mantel und ein Maschinengewehr über der Schulter – so hat ein 57-Jähriger am Mittwoch einen Polizeigroßeinsatz rund um das Gelände des Triebwerkherstellers MTU an der Dachauer Straße im Münchner Norden ausgelöst. Die bewaffneten Spezialeinsatzkräfte gingen von einem Amokläufer aus.

Um 9.13 Uhr ging bei der Polizei der Notruf ein. Der Werkschutz der Firma MTU meldete einen Mann in einem langen beigen Mantel und einem umgehängten Maschinengewehr, der gerade das Firmengebäude betrete. Die Polizei nahm die Sache ernst: Knapp 100 schwer bewaffnete Beamte, darunter vom Spezialeinsatzkommando (SEK), rückten an und sperrten das Gelände großräumig ab. „Wir haben Maßnahmen in Anlehnung an das Konzept Amok hochgefahren“, erklärte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. In der Folge kam es zu Verkehrsbehinderungen auf der Dachauer Straße, Gerüchte über einen Bombenanschlag machten in den sozialen Netzwerken die Runde.

Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Aufregung unbegründet war. Bei der Waffe des Mannes handelte es sich um die Plastik-Attrappe eines MG3 – ein Standardmaschinengewehr der Bundeswehr, das als schultergestützte Handwaffe, als Fahrzeugwaffe und zur Fliegerabwehr auf einem dreibeinigen Gestell eingesetzt werden kann. Der vermeintliche Amokläufer war ein unbescholtener 57-Jähriger, der bei einer Nachbarfirma von MTU arbeitet und gerade auf dem Weg zu einer Produktpräsentation war. Die Waffenattrappe benötigte er für Demonstrationszwecke. Welches Produkt er vorführen wollte, konnte die Polizei auf Nachfrage nicht beantworten. Zu den Nachbarn von MTU zählen mehrere Unternehmen. Unter anderem der internationale Technologiekonzern Assystem, der Airbus und MTU Aero Engines als Kunden hat. Laut einer Assystem-Sprecherin sei der Mann mit der Plastik-Waffe aber kein Assystem-Mitarbeiter. Auch beim benachbarten Motoren- und Maschinenbauunternehmen MAN sei der vermeintliche Amokläufer nicht beschäftigt, sagte MAN-Sprecher Sacha Klingner. Man habe den Polizeieinsatz bemerkt, kenne aber die Hintergründe nicht.

Nachdem der 57-Jährige die SEK-Männer bemerkt hatte, legte er seine Plastik-Waffe nieder und klärte das Missverständnis auf. Die Einsatzkräfte konnten um kurz nach zehn Uhr wieder abrücken. Die Polizei prüft nun, ob der Mann die Kosten des Einsatzes tragen muss. Das Führen einer sogenannten Anscheinwaffe stellt laut Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch eine Ordnungswidrigkeit dar.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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