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Auf der Landsberger Straße hat eine Trambahn ein 15-jähriges Mädchen erfasst.  

Drama in Landsberger Straße

Von Tram erfasst und getötet: Mädchen (15) trug Kopfhörer

München - Julia B. übersieht an der Landsberger Straße eine Straßenbahn und wird erfasst – Fußgänger gefährden sich laut Polizei häufig selbst, meist durch ihr Handy.

Tragischer Unfall in Laim: Ein 15 Jahre altes Mädchen ist nach einem Zusammenstoß mit einer Trambahn in einem Krankenhaus gestorben. Die Jugendliche war über die Landsberger Straße gelaufen und hatte dabei eine herannahende Tram übersehen – vermutlich, weil sie Kopfhörer auf hatte und abgelenkt war.

Der Unfall ereignete sich am Mittwochnachmittag im Berufsverkehr. Es war gegen 16.15 Uhr, als Julia B. auf Höhe der Friedrich-von-Pauli-Straße über die Fahrbahn und die Tramgleise der Landsberger Straße lief. Das Mädchen wurde von der Tram erfasst, einige Meter weit mitgeschleift und unter den Zug gezogen. Feuerwehr und Notarzt eilten an die Unglücksstelle. Um die Jugendliche bergen zu können, mussten die Retter zunächst mit Hebekissen die Tram in die Höhe heben. Es dauerte rund 20 Minuten, bis die 15-Jährige geborgen war. Mit schwersten Verletzungen wurde Julia B. sofort in eine Klinik gebracht. Doch die Ärzte konnten sie nicht mehr retten. Die Jugendliche erlag noch am Mittwochabend ihren Verletzungen.

Ein Kriseninterventionsteam betreute unterdessen den Fahrer der Straßenbahn sowie etliche Passanten, die den Unfall gesehen hatten und unter Schock standen. Nach Angaben der Polizei hatte die 15-Jährige wohl das Rotlicht einer Ampel missachtet, als sie die Gleise überquerte und den Zug nicht gehört, weil sie Kopfhörer auf den Ohren hatte. Laut Zeugen hatte der Tramfahrer noch versucht, die Jugendliche mit Klingeln zu warnen. Diese habe aber nicht reagiert.

Polizei warnt vor "Smombies"

Bereits mehrfach hat die Polizei darauf hingewiesen, dass viele Unfälle mit Fußgängern vermieden werden könnten, wären diese nicht durch Musik oder Smartphones abgelenkt. Gerade das Smartphone wird immer mehr zur Gefahr: Fußgänger tippen und telefonieren, statt auf den Verkehr zu achten.

Eine Jury des Langenscheidt-Verlags hatte den Kunstbegriff „Smombie“ zum „Jugendwort des Jahres 2015 “ gekürt. „Smombie“ steht für „Smartphone-Zombie“ und will sagen, dass jemand nur noch auf sein Smartphone starrt und von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt.

„Auch das Musikhören mit Kopfhörern beim Gehen oder Radfahren ist gefährlich“, betonte Dieter Bauer, Leiter der Verkehrsabteilung bei der Münchner Polizei, bereits Ende November. Die Polizei mahnte im Rahmen einer Präventionskampagne vor allem Fußgänger zur Vorsicht. „Uns ist es wichtig, dass jeder Verkehrsteilnehmer für sich selbst und andere Verantwortung im Straßenverkehr übernimmt.“ Fußgänger, die keine Knautschzone und keinen Airbag haben, bewegen sich Bauers Ansicht nach häufig zu sorglos in München. „Fußgänger stellten im Jahr 2014 unter den getöteten Verkehrsteilnehmern mit 45 Prozent die größte Gruppe.“ 13 Fußgänger kamen im Jahr 2014 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München ums Leben, etwa 1000 wurden verletzt. Zwei Drittel der Toten könnten laut Bauer noch leben, wenn sie besser aufgepasst hätten. Unvorsichtiges Verhalten von Fußgängern war bis Ende November 2015 die Ursache für sechs von neun tödlichen Fußgänger-Unfällen.

An der Unglücksstelle auf der Landsberger Straße sperrte die Polizei nach dem Unfall die Straße und leitete den Verkehr weiträumig um. Die Trambahn-Linien 18 und 19 waren für mehrere Stunden unterbrochen und wurden durch Busse ersetzt. Nach der Bergung setzte die Feuerwehr die Trambahn wieder auf die Gleise. Die Sperrungen konnten erst nach 19 Uhr wieder aufgehoben werden.

Tödlicher Tram-Unfall auf Landsberger Straße - Bilder

Stefanie Wegele

Stefanie Wegele

E-Mail:stefanie.wegele@merkur.de

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