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Streit-Grund: Zwölf Wohnungen sind in dem Gebäude an der Stauffenbergstraße 32-36.

Ärger in Schwabing-West

Bauherr will Lokalpolitiker mundtot machen

München - Geht es um neue Bauvorhaben, setzt der Schwabinger Bezirksausschuss auf eine offensive Informationspolitik gegenüber den Betroffenen. Ein Vorgehen, das nicht jedem Bauherrn passt. Jetzt gibt es Zwist mit einer Baugenossenschaft.

Klaus Berghofer, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Hartmannshofen e.G., holte sich jetzt sogar rechtlichen Beistand, um den Bezirksausschuss zurückzupfeifen. Konkret ließ er einem Mitglied des Gremiums, Oskar Haider (CSU), eine Unterlassungserklärung zustellen. Was war passiert?

Die Baugenossenschaft Hartmannshofen e.G. besitzt an der Stauffenbergstraße 32-36 ein älteres Mehrfamilienhaus mit zwölf Mietparteien. Mit einem Vorbescheidsantrag wollte man offenbar die Grenzen einer Nachverdichtung ausloten. Laut Plan sollte das bestehende Gebäude abgerissen und durch einen fünfstöckigen Neubau mit 24 Wohneinheiten und Tiefgarage ersetzt werden.

Wie Klaus Berghofer gegenüber den Stadtteilpolitikern versicherte, habe man von der Lokalbaukommission nur wissen wollen, „was geht und was nicht, etwa wie eine Machbarkeitsstudie“. Gar nicht lustig fand der Geschäftsführer das Vorgehen des Bezirksausschusses. „Es geht gar nicht, dass Herr Haider bei den Mietern klingelt und ihnen sagt: Wissen Sie schon, dass Ihr Haus abgerissen wird?“ Berghofer appelliert an den BA: „Wir sind eine Baugenossenschaft. Glauben Sie uns, dass wir mit sozialer Verantwortung handeln.“ Mit den Mietern werde man reden, wenn es konkrete Planungen gebe. Nachdem der Bezirksausschuss dies jedoch nicht einsehe, habe man die Unterlassungserklärung verschicken müssen.

„Sie brauchen keinen Vorbescheid, nur um etwas vorzufühlen“, entgegnete Oskar Haider. Die anderen BA-Mitglieder kamen dem Vorsitzenden des Unterausschusses Planen und Wohnen zu Hilfe. „Es schürt keine Angst, jemanden zu informieren, sondern es nicht zu tun. Dies ist eine Kultur, die wir mittlerweile vom Bauherrn erwarten“, betonte der BA-Vorsitzender Walter Klein (SPD). Sein Partei-Kollege Albrecht Schmidt wies zudem darauf hin, dass man in Schwabing seit über 20 Jahren von Gentrifizierung heimgesucht werde: „Hier mit Rechtsanwälten anzufangen, ist eine Zerstörung der Verantwortung, die wir gegenüber den Bürgern haben.“ Und Filiz Freifrau von Thermann (Grüne) setzte noch eins drauf: „Ich kann nicht verstehen, dass wir jetzt schuld sein sollen, wenn Sie die Mieter nicht informieren.“

Im Anschluss lehnte das Gremium den vorgelegten Vorbescheidsantrag einstimmig ab.

Margot Deny

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