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Diese Schlangen verärgern die Münchner immer mehr.

"Sauhaufen" - "Drecksladen"

Chaos in Bürgerbüros: Hass-Kampagne gegen das KVR

München - Vor dem KVR bilden sich Tag für Tag lange Schlangen. Das wollen viele Bürger nicht mehr hinnehmen. Nun könnte das Problem mit den Wartenden eskalieren.

Es sind seit Jahren die gleichen Bilder: Vor dem KVR in der Poccistraße, der Zulassungsstelle in der Eichstätter Straße oder den Bürgerbüros stehen im Morgengrauen die Menschen in Trauben an und warten dann oftmals Stunden, bis sie dran kommen. Vielen Bürgern platzt der Kragen. Im Internet drohen sie jetzt sogar mit Gewalt und beleidigen Mitarbeiter. Das KVR versucht verzweifelt, gegen das Chaos vorzugehen. Die Betroffenen überlegen sogar, Anzeigen zu erstatten.

"Der größte Sauhaufen in ganz München. Wird Zeit, dass diesen Drecksladen mal einer in die Luft sprengt." Mit diesen Worten machte vorige Woche Manfred S. bei im Google-Bewertungsformular seinem Ärger Luft. Schon vor über einem Monat beschimpfte Nora S. eine Mitarbeiterin namentlich als "unheimlich unkompetent, unverschämt."

Doch auch die KVR-Öffnungszeiten und Adressen bei Google sind falsch. So wurde am Mittwochvormittag fälschlicherweise gemeldet, dass das KVR "geschlossen" sei, als Adresse für das Kreisverwaltungsreferat wird die Ruppertstraße 11 angegeben. Die Bürgerbüros haben aber Hausnummer 19.

KVR-Redakteurin kämpft mit stumpfen Waffen

"Viele Bürger stehen vor verschlossenen Türen, weil die Angaben im Internet falsch sind", berichtet die Online-Redakteurin des KVR, Tanja Wolff. Sie kämpft einen aussichtslosen Kampf gegen den Internet-Unsinn: "Ich hatte gebeten, die Daten zu korrigieren." Als Antwort kam am 29. März eine anonyme Standard-Nachricht: "Vielen Dank. Ihr Änderungsvorschlag wird überprüft. Wir freuen uns, dass Sie Ihre Kenntnisse über Landeshauptstadt München Kreisverwaltungsreferat mit uns teilen. Wir benachrichtigen Sie, sobald die Änderungen veröffentlicht wurden." Passiert ist bislang aber nichts.

Wolff bat Google auch, die Beleidigungen zu löschen: "Das ist strafrelevant, was da drin steht." Doch auch hier reagierte der Internet-Riese nicht wirklich. Die Antwort am 13. Mai: "Wir haben Ihre rechtsrelevante Anfrage erhalten. Ihre Mitteilung konnte noch nicht bearbeitet werden, da wir täglich viele solcher Beschwerden erhalten."

Auch tz erhält von Google nur Standardantwort

Die tz wollte Google am Mittwoch fragen, wieso man sich um die Beschwerden des KVR nicht kümmert, auch hier wurde nur eine Standard-Antwort über eine PR-Agentur übermittelt: "Google-Nutzer können problematische Kommentare über dieses Formular melden und eine rechtliche Prüfung beantragen. Eine Änderung von Öffnungszeiten ist am einfachsten möglich, indem ein Eintrag bei Google My Business gemacht wird."

Das hatte man auch schon KVR-Frau Wolff ausgerichtet. Die antwortet: "Ich kann mich als Mitarbeiterin doch nicht als Eigentümerin des KVR ausgeben."

Probleme schon seit 2011

4. November 2011: Die tz titelt: "Im KVR geht's zu wie im Schlussverkauf". KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle mahnt wegen der per Spardiktat verdünnten Personaldecke: "Wir stoßen an unsere Grenzen." Neue Öffnungszeiten sorgen zusätzlich für Verwirrung.

17. Juli 2012: "Urlauberansturm - doch das KVR sperrt einfach zu". Schalter werden eher geschlossen. Ein Wasserschaden im Bürgerbüro Forstenrieder Allee sorgt für Zusatz-Ärger. Der neue Personalausweis verursacht enormen Zusatzaufwand.

11. Januar 2013: "Führerschein-Irrsinn". Weil am 19. Januar eine neue EU-Führerschein-Richtlinie kommt, beantragen Hunderte eine Fahrerlaubnis.

24. Februar 2014: "Jetzt ist sogar die Wahl gefährdet". KVR-Chef Blume-Beyerle bekommt 60 neue Stellen, doch er warnt, dass das nicht ausreicht.

17. Juli 2014: "Ewig in der Warteschleife": Eine Computerpanne legt das KVR lahm, Hunderte Bürger werden wieder heimgeschickt.

14. August 2014: "Die Schlange wird immer länger". Anhaltender Personalmangel und der Zustrom von Neubürgern verschärfen die Lage.

5. März 2015: "Einmal Ausweis macht zwei Stunden". KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle stellt einen 43-Punkte-Plan zur Entschärfung der Lage vor. Vor allem Online-Angebote sollen helfen.

Johannes Welte

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